Storchenparadies Isny

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Störche im Rotmoos.
(Foto: Ulrike Maruszak)
Jeanette Löschberger

Mit einiger Überraschung haben die Isnyer Storchenbeobachter Anfang August eine Gruppe von 17fremden Störchen im Rotmoos gesehen. Das sei für diese Jahreszeit eher ungewöhnlich, sagt Jürgen Tischer. Andererseits sei das Rotmoos ein Paradies, was das Futterangebot angehe. Frösche, Würmer, Mäuse, Grillen sind hier zu Hauf unterwegs. Vor allem auf frisch gemähten Wiesen und am Rand der Wasserläufe finden sie zurzeit Futter im Überfluss. Das erklärt teilweise auch, warum Isny seit letztem Jahr vier Nester hat und sich zur Storchenhochburg entwickelt. Frei nach dem Motto: „Wo es Dir gefällt, da lass Dich ruhig nieder!“

„Den Störchen scheint es in Isny wirklich gut zu gefallen, denn zu Hochzeiten sind in den letzten Tagen nahezu 45 Stück gesichtet worden“, ergänzt Erhard Bolender. Die seien ein richtiger Hingucker, freut er sich. Die Isnyer Storchenseite im Internet habe indessen so viele Besucher wie noch nie, vor allem aus dem Ausland, wo diese großen Gleitvögel selten oder gar nicht vorkommen.

Während des Kinder- und Heimatfests traute sich der erste Storchennachwuchs nach einigen Flatterübungen über dem Nest, hinaus in das Futterparadies Rotmoos. Der kleine Fietje vom Rathausdach war noch ein wenig skeptisch, aber auch er hat seine Flügel beherzt ausgebreitet. Das Starten auf der Wiese hat ebenfalls gut geklappt, denn am Abend sind alle wieder im Nest oder zumindest oben auf Bäumen und Gebäuden angekommen.

„Das Wasserproblem, das die große Hitze mit sich gebracht hat, ist damit durch“, ist Jürgen Tischer froh. Denn bevor die Jungen zu Selbstfliegern wurden, hatten die Storcheneltern das Problem genügend Wasser und Futter hinauf zu transportieren. Sind die Jungen erst mal flügge, können sie sich selbst versorgen und bei zu großer Hitze schattige Plätzchen zum Ausruhen suchen.

Für den Herbst, wenn die Störche sich auf ihre Reise in den Süden begeben, möchte Tischer mit den Stochenfreunden die vier bestehenden Nester mit Plattformen sichern, damit es keinen Absturz mehr gibt, wie dieses Jahr im April auf dem Festplatz geschehen. Dafür bittet er um Spenden.

Weitere Informationen auf der Internetseite www.isny.tv, auf der laufend aktuelle Bilder zu sehen sind.

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