Sprecherinnen als „Stimme des Marktes“

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Die neu gewählten Sprecherinnen der Beschicker des Isnyer Wochenmarkts, Ramona Bellstett und Marianne Huber (v. l.) mit Marktme
Die neu gewählten Sprecherinnen der Beschicker des Isnyer Wochenmarkts, Ramona Bellstett und Marianne Huber (v. l.) mit Marktmeister Markus Fischer. (Foto: Tobias Schumacher)

Wenn der Marktplatz 2020/21 neu gestaltet ist, könnte der Wochenmarkt dort „konzentriert“ werden. Das ist eine Überlegung, mit der sich die Stadtverwaltung und das beauftragte Büro von Planer Peter Wich beschäftigen. Doch ist das überhaupt sinnvoll?

Mit diesem Gedanken beschäftigen sich schon heute Marktmeister Markus Fischer und vor allem die „Beschicker“, aktuell 29 Anbieter, die Woche für Woche ihre Stände in Isny aufbauen. Die Anordnung koordiniert Fischer. Er weiß, dass der eine oder andere Anbieter in der Espantorstraße mit seinem Standort nicht glücklich ist.

Eine, die umgezogen ist, ist Ramona Bellstett, Gemüsegärtnerin aus Opfenbach. Seit sie in der Wassertorstraße vor dem „Schwarzen Adler“ stehe, sei der Umsatz merklich gestiegen, erzählt sie im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“.

Um in diesem gesamten Themenfeld einen Interessenaustausch besser zu ermöglichen, haben die Beschicker nun zwei „Marktsprecherinnen“ gewählt – eben Bellstett, und die Isnyerin Marianne Huber, die in der Wassertorstraße den Stand der Kemptener Bäckerei Steurer betreut.

Sie sagt: „Es ist wichtig, dass jemand den Wochenmarkt vertritt vor der Stadt.“ Sie meint Verwaltung, Planer, Ordnungsamt; dass es „eine offizielle Stimme des Marktes gibt, ein Sprachrohr, getrennt vom Marktmeister“. Das ist ihr wichtig. Für Fischer sieht sie eher die Rolle eines Moderators, eines Lenkers, der Fäden verknüpft.

Etwa bei den zentralen Marktplatzüberlegungen, für die Huber, Bellstett und Fischer an „Probemärkte“ denken. In den nächsten Wochen oder Monaten wollen sie Versuche wagen: Komplett auf dem Marktplatz und – auch mit Blick auf die Reaktion der dortigen Einzelhändler – in der Wassertorstraße, analog zu den Jahrmärkten: „Dann bekommt man ein Bild, ob das überhaupt funktioniert – Menschen sind Gewohnheitstiere, wenn man zu viel ändert, weiß die Kundschaft nicht, wo die Stände sind“, erinnert sich Bellstett an den Umzug ihres Standes.

Fischer ergänzt mit Blick auf die Unterstützung des städtischen Bauhofs oder die Stromanschlüsse: „Da hängt ein Haufen dran.“ Mit Ordnungsamtchef Klaus Hägele will er schon bald erste Gespräche führen. Denn mehrere Dinge bringen die „Probemärkte“ schon jetzt in Zeitdruck, auch wenn der Marktplatz erst in drei Jahren fertig sein soll: die schon laufenden Grabungen der Archäologen und der Umbau des Hallgebäudes.

Huber und Bellstett ergänzen eine weitere wichtige Überlegung seitens der Marktanbieter: „Ideal wäre der Wochenmarkt kompakt ohne Durchgangsverkehr und mit ordentlicher Beschilderung zu den Parkplätzen.“ Diese Stimmen vernehmen nicht alle in der Stadtspitze gerne. Sie kommen von neu gewählten Interessenvertretern. Die Probemärkte, sagt Fischer, sollen Auslöser sein, „dass diskutiert wird“.

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