Sprache und Bewegung in der Natur

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 Jutta Müller (von links), Selina Nagele und Sylvia Krämer mit Kindern der neuen Außengruppe.
Jutta Müller (von links), Selina Nagele und Sylvia Krämer mit Kindern der neuen Außengruppe. (Foto: Stadt Isny)
Schwäbische Zeitung

Der Kindergarten Felderhalde hat seit Oktober eine Außengruppe im einstigen Wirtschaftsgebäude von Siloah, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Jutta Müller und Sylvia Krämer betreuen die Kinder in dieser Außengruppe, die sie „Buntes Haus“ benannt haben. Zum Jahresbeginn kommt eine weitere Erzieherin.

Als sich im Frühjahr diesen Jahres abzeichnet habe, dass mehr Kinder einen Kindergartenplatz brauchen, als ursprünglich gerechnet, habe die Verwaltung eine Außengruppe für den Kindergarten Felderhalde vorgeschlagen. Der Gemeinderat genehmigte diese in der Sitzung vom 20. Mai.

Zwei große helle Räume

Es sind zwei große helle Räume, in denen Kinder fröhlich spielen. Zwei der Kleinen sitzen links und rechts von Silvia Krämer und lassen sich vorlesen. „Wir fühlen uns wohl hier“, erklärt Jutta Müller, die die Außengruppe leitet. Es sei aber auch einiges dafür getan worden, damit die Räumlichkeiten Wohlfühlatmosphäre bekamen, erklärt die Verwaltung. Die einstige Küche war von der Evangelischen Kirchengemeinde etwas provisorisch zu einer Krippe für Flüchtlingskinder umgebaut worden. Etwa eineinhalb Jahre war danach die „Krümelstube“, die Krippengruppe des Kinderhaus Spatzennest, hier untergebracht. In den Räumen verliefen aber immer noch riesige Heizrohre und Metallkästen, die ließ die Stadt im Sommer entfernen. Außerdem wurde in den Sanitäranlagen ein zweites Waschbecken eingebaut und neues Mobiliar angeschafft. Müller hat im September die Handwerksarbeiten organisiert und vor allem geputzt. Hausmeister Freddy Wägele sei eine große Hilfe, und sie freue sich, dass er gleich nebenan sein Büro hat.

Am 1. Oktober zogen die ersten Kinder ein. Inzwischen werden laut Stadtverwaltung zehn Kinder betreut und ab Februar sind es 15 Kinder, im Alter von drei bis sechs Jahren. Sprache und Bewegung in der Natur werden ganz großgeschrieben. Mangels eines Gartens gehen die Erzieherinnen mit ihren Kleinen nahezu täglich raus in die Natur. „Wir sind fast jeden Tag oben am Lohbauerdenkmal oder nutzen die Spielgeräte auf dem Siloahgelände“, erzählt Müller. Freitags nutzt die Gruppe die Turnhalle im Kindergarten Felderhalde. Krämer hat Sport als Schwerpunkt. Sprachförderung sei ein weiterer wichtiger Baustein. Müller hat sich auf Sprachförderung spezialisiert und das zehn Jahre im Kindergarten Felderhalde praktiziert. Beste Voraussetzungen also für jene Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Kooperation mit „Stamm-Kindergarten“

Die Kooperation mit dem „Stamm-Kindergarten“ Felderhalde funktioniere in weiteren Punkten. Der Sechsjährige beispielsweise nimmt am Schulanfängerprogramm des Kindergartens Felderhalde teil, begleitet von Selina Nagele, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Bunten Haus macht. Einer der Jungs darf den Gong schlagen, der zum gemeinsamen Frühstück ruft. Die Kinder setzen sich um den Tisch und packen ihre appetitlich und gut bestückten Vesperdosen aus. Bevor die Brote, Möhrenstückchen oder Apfelschnitze verspeist werden dürfen, wird noch ein Lied gesungen.

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