So freut sich das Isnyer Trachtenpaar auf das bevorstehende Kinderfest

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Silvia und Hubert Nachbauer sind nicht nur heuer das Isnyer Trachtenpaar, sondern werden das Kinderfest auch 2020 beim 400-jähri
Silvia und Hubert Nachbauer sind nicht nur heuer das Isnyer Trachtenpaar, sondern werden das Kinderfest auch 2020 beim 400-jährigen Jubiläum repräsentieren. (Foto: Julia Garthen)
Julia Garthen

Manchmal darf man dem Glück ein bisschen auf die Sprünge helfen. So oder so ähnlich kann der Weg, der Hubert und Silvia Nachbauer zum diesjährigen Trachtenpaar hat werden lassen, beschrieben werden. Die beiden Isnyer sind nicht nur bekannt mit dem Ehepaar Schwarz, das bereits 2016 das Trachtenpaar stellte, sondern wurden auch von anderer Seite immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass dies ein „Job“ für sie sein könnte.

Die haben uns schon ein paar Wochen zappeln lassen, aber dann wussten wir, dass wir 2019 und 2020 das Trachtenpaar stellen dürfen

Hubert Nachbauer

Die befreundete Claudia Thaumiller, ihres Zeichens Leiterin des Kinderfestfundus, hat einen großen Anteil daran, dass die Nachbauers dieses und nächstes Jahr das Kinderfest repräsentieren werden. „Sie hat uns immer wieder gesagt ‚Jetzt bewerbt Euch‘“, lacht Silvia Nachbauer. „Naja, und irgendwann haben wir uns ein Herz gefasst und gesagt ‚Also gut, wir bewerben uns‘“. Ein schickes Foto auf dem Kinderfest war schnell gemacht, die Bewerbung wurde kurzerhand geschrieben, und gegen Ende der Sommerferien kam der Anruf der Kinderfestkommission. „Die haben uns schon ein paar Wochen zappeln lassen, aber dann wussten wir, dass wir 2019 und 2020 das Trachtenpaar stellen dürfen“, sagt Hubert Nachbauer.

Der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs ist bereits jetzt alljährlich mit den Vorbereitungen zum Kinderfest betraut, da er unter anderem dafür zuständig ist, mit seinen Kollegen die Podien und Tribünen aufzubauen. „Mein Chef hatte schon Angst, dass ich als Teil des Trachtenpaars jetzt nicht mehr zum Arbeiten kommen kann – aber ich habe ihn dann beruhigt. Die beiden Aufgaben lassen sich schon vereinbaren“, scherzt der sympathische Isnyer. Dass er ein humorvoller, geselliger und offener Mensch ist, kommt ihm bei seiner neuen repräsentativen Tätigkeit sicher zugute. „Ich komme mit den Leuten immer leicht ins Gespräch, da hatte ich noch nie Probleme“. Das glaubt man ihm sofort. Silvia Nachbauer ist ebenfalls eine Frohnatur, wenn auch etwas zurückhaltender als ihr Mann. „Also, wenn man sich als Trachtenpaar bewirbt, weiß man ja vorher schon, dass man fotografiert wird und bei einigen Terminen anwesend sein sollte. Für ganz schüchterne Leute ist das natürlich nichts. Ich bin das Auf-der-Bühne-Stehen insofern gewohnt, als dass ich früher auch mal Theater gespielt habe“, erklärt sie. „Ich würde sagen, gesellig simmer beide, wir haben da schon unsere Freude dran.“

Was den Nachbauers besonders wichtig ist 

Das seit 2006 verheiratete Paar ist sichtlich glücklich darüber, in Isny zu leben. Während Hubert Nachbauer hier geboren wurde, kam Silvia Nachbauer 1991 in die Stadt – sie darf sich also problemlos als Isnyerin bezeichnen. Und so fühlt sie sich auch. Isny sei einfach ein schöner Ort mit vielen netten Menschen, an dem man sich wohlfühlen kann. „Ich arbeite außerdem in einem städtischen Kindergarten und muss sagen, dass die Stadt Isny einfach ein toller Arbeitgeber ist“, erzählt die 53-Jährige aus ihrem Alltag. Das kann ihr Mann nur bestätigen. „Wir leben auch deshalb so gerne hier, weil wir beide durch unsere Jobs bei der Stadt Familie und Beruf super vereinbaren können. Als unsere Jungs noch kleiner waren und meine Frau länger arbeiten musste, durften die beiden einfach mittags in den Kindergarten kommen und dort etwas essen. Es ist auch nie ein Problem, wenn sie mal bei mir auf dem Bauhof vorbeischauen. Die Stadt Isny ist da sehr offen und lässt uns zum Beispiel auch die Urlaube so planen, dass sie familienkompatibel sind“, erklärt der 58-Jährige, der im Baubetriebshof für die Schreinerei zuständig ist. Die Beschreibungen des Trachtenpaares zeigen ein Mal mehr, wie wichtig es für Familien ist, den Alltag unkompliziert gestalten zu können und ein entsprechendes Umfeld zu haben.

Die beiden Erzieher lernen sich bei der Arbeit kennen

Im beruflichen Kontext, nämlich im Kindergarten, lernten sich Hubert und Silvia Nachbauer auch kennen. Das war 2002. Die Erzieherin war damals bereits auf der Suche nach einer neuen Anstellung in ihrer Heimat nahe Heilbronn, da sie dort ein kleines Haus geerbt hatte. Ihr heutiger Ehemann wurde eines Tages dann in den Kindergarten geschickt, um etwas zu reparieren – und kam seltsamerweise immer wieder vorbei. „Er brachte ständig neue Bastelsachen, er kam wiederholt, um Dinge zu reparieren, er war einfach immer wieder da. Meine damaligen Kolleginnen haben schnell kapiert, was da vor sich ging und haben ihn immer zu mir geschickt“, lacht die heute zweifache Mutter. Dass Hubert Nachbauer zu dieser Zeit bereits Vater war, war kein Problem: „Ich habe mir immer Kinder gewünscht, wusste aber nicht, ob Hubert nochmal Vater werden wollte. Wie man heute sieht, wollte er.“. Die beiden sind mittlerweile Eltern zweier Jungen im Teenageralter.

Der Jüngere, Nico Nachbauer, wird übrigens auch auf der großen Kutsche am Kinderfestsonntag mitfahren. „Wir haben seine Lehrer gefragt und mit der Kinderfestkommission gesprochen, weil Nico beim Umzug gern mit uns mitfahren wollte. Jetzt muss er halt standesgemäß in Tracht erscheinen und darf uns begleiten“, freuen sich die Nachbauers. Alle weiteren Termine, die ein Trachtenpaar so wahrzunehmen hat, werden die beiden aber ohne ihre Kinder absolvieren. „Das Isnyer Trachtenpaar zu sein, artet nicht in Stress aus.“, erklärt Silvia Nachbauer. „Es fängt an am Freitag im Kurhaus, dort werden wir beim Theater anwesend sein. Dann gehe ich zum Beispiel am Samstag noch zu ‚Frauen für Frauen‘ im Weinzelt und gemeinsam besuchen wir den Seniorennachmittag. Wir werden am Kinderfestwochenende ziemlich viel unterwegs sein, aber das macht uns ja Spaß.“. Und genau diese positive Haltung ist bei den beiden spürbar. Das Kinderfest macht ihnen Spaß – und somit sicher auch allen Menschen, die sie als Trachtenpaar erleben werden.

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