Serie von 13 Autoaufbrüchen in Isny

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 Durch eingeschlagene Seitenscheiben ist ein Unbekannter in 13 Fällen nachts in geparkte Autos in Isny eingedrungen und hat erhe
Durch eingeschlagene Seitenscheiben ist ein Unbekannter in 13 Fällen nachts in geparkte Autos in Isny eingedrungen und hat erheblichen Sachschaden, aber kaum Beute gemacht. (Foto: Archiv: Wolf)

Eine Serie von bislang 13 Autoaufbrüchen seit der Nacht vom 20. auf den 21. August beschäftigt aktuell die Beamten des Polizeipostens Isny. Sie bitten dringend um Zeugenhinweise unter Telefon 07562 / 976550. Jeweils ist beträchtlicher Sachschaden entstanden: eingeschlagene Seitenscheiben, Beschädigungen am Fahrzeuglack und an Dichtungsgummis.

Der letzte Fall ereignete sich zwischen vergangenem Sonntag, 1. September, und Dienstag, 3. September, im kurzen, schmalen Gässchen, das von den Parkplätzen auf dem Burgplatz hinunter zur Ach führt. Dort war ein schwarz lackierter Hyundai mit Ravensburger Zulassung geparkt. Der Täter zerstörte eine Seitenscheibe, wobei er erheblichen Sachschaden verursachte, entriegelte den Pkw und durchsuchte den Innenraum. Aus dem Fahrzeug wurde laut Polizei nichts entwendet.

Nach den ersten Kurzberichten in der „Schwäbischen Zeitung“ über die auffällig hohe Anzahl von Autoaufbrüchen ging beim Isnyer Polizeiposten ein Hinweis auf den Tatverdächtigen ein, der die Kraftfahrzeuge nach der Zerstörung der Seitenscheiben jeweils entriegelt und das Fahrzeuginnere nach Stehlbarem durchsucht hat.

Großer, kräftiger Unbekannter

Dem Hinweis zufolge dürfte es sich bei dem offensichtlich allein handelnden Tatverdächtigen um einen auffällig großen und kräftigen Mann handeln, der zum Zeitpunkt der Beobachtung Sportschuhe, eine Jogginghose und einen Pullover trug, dessen Kapuze er über den Kopf gezogen hatte. Ob die Bekleidung hell oder dunkel war, ist durch den Hinweis nicht klar. Laut Polizeibericht vom Donnerstag ist nach der Beschreibung davon auszugehen, dass der Tatverdächtige etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß ist, sein Körpergewicht dürfte mehr als 90 Kilogramm betragen. Er führte eine größere Taschenlampe oder ein Werkzeug bei sich.

Auf den ersten Fall machte einer der Geschädigten selbst aufmerksam, als er am Morgen nach der Tatnacht vom 20. auf den 21. August in der Isnyer Facebook-Gruppe der SZ ein kurzes Video der zerstörten Seitenscheibe seines BMW veröffentlichte und um Hinweise bat, falls jemand seinen Geldbeutel fände, der aus dem Auto gestohlen worden war. Als Diebesgut nennt die Polizei 300 Euro Bargeld sowie „diverse Karten“. Der Geschädigte hoffte auf Facebook vor allem, dass seine Papiere wieder auftauchen. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass der Täter sechs Kisten „Aperol“ im Auto beließ, die bei „Isny macht blau“ dann im Schloss ausgeschenkt wurden. Tatort war am Schloss 1 gegenüber der Tierarztpraxis.

Ebenfalls in der Nacht zwischen 20. und 21. August wurden zwei weitere Pkw am Schultesberg aufgebrochen, am 23. August dann vor dem Anwesen Trollblumenweg 6, vom 27. auf den 28. August in der Maierhöfener Straße 51, drei Pkw in der Nacht vom 28. auf den 29. August vor den Gebäuden Gwatweg 8/1, Margaritenweg 8 und Riedbachstraße 5, zwischen Sonntag, 1. September, und Montag, 2. September im Achener Weg 14a und am Schloßgraben, zwischen 1. und 3. September an der Bahnhofstraße 12, sowie im Rotenbacher Weg vor den Hausnummern 25 und 38 vom 1. auf den 2. beziehungsweise am 2. September. Als Haupttatzeit geht die Polizei von der „Spätnacht“ zwischen 2 und 4 Uhr aus.

Dass alle 13 Autoaufbrüche aufs Konto ein und desselben Täters gehen, führen die Ermittler auf die Art zurück, wie die jeweiligen Seitenscheiben der Pkw zerstört werden – mittels eines spitzen Gegenstandes, vermutlich einem Schraubendreher, den der Unbekannte zwischen Gummidichtung und Scheibe sticht.

Hoher Schaden, geringe Beute

Ärgerlich für die Pkw-Besitzer ist vor allem der verursachte Schaden. Aufgrund der überwiegend älteren Pkw-Modelle, die aufgebrochen wurden, und der Liste des Diebesguts gehen die Ermittler aktuell nicht davon aus, dass es sich um einen professionellen Autoknacker handelt.

Aus fünf der 13 Pkw wurde gar nichts entwendet, ansonsten neben einem zweiten Bargeldbetrag in Höhe von 20 Euro eine Kettensäge, ein Navi, Kaugummi, drei Sonnenbrillen, darunter eine der Marke „Ray Ban“, zwei Kopfhörer, eine „Soundbox JBL Charge 3“ sowie zwei CDs mit türkischer Musik.

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