Schwarzer-Grat-Berglauf feiert „40.“

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Schwäbische Zeitung
Walter Schmid

Der Turnverein Isny (TV) ist zu Recht stolz auf seinen Schwarzen-Grat-Berglauf. Trotz oft widerwärtigen Wetters mit Kälte, Regen, Sturm oder sogar Schneetreiben ist er nie ausgefallen.

Was durch 40 Jahre mit Leidenschaft durchgezogen wird, hat bewährte Tradition – und Zukunft. Im vergangenen Jahr war zum Beispiel die Qualität des Wetters von der Art, dass man besser alles hingeschmissen und abgesagt hätte und trotzdem gingen 270 Bergsprinter an den Start. Läufer, und Radler – alle kamen irgendwie und irgendwann, durchschwitzt und verdreckt am Turm des Schwarzen Grats an.

„Für alle etwas dabei“

Mitmachen sei viel wichtiger als gewinnen, meint die Organisationschefin Monika Mandl. „Bei unserem Schwarzen-Grat-Berglauf ist für alle etwas dabei.“

Unterwegs angefeuert zu werden, einigermaßen erledigt anzukommen, ist offensichtlich ein starkes Erlebnis. Das fröhliche Treiben um den Turm – Läufer und Biker, Zuschauer und Ehemalige – ein wahres Fest der Begegnung. Danach wird in der Überruhsporthalle die rausgeschwitzte Flüssigkeit nachgetankt und gevespert, Kameradschaft gepflegt. Man sitzt zusammen, noch einigermaßen erledigt, aber zufrieden und stolz.

Immer eine hilfreiche Antwort

Bei der Ankunft der Läufer und Radler am Morgen hatte die warme Herbstsonne bereits den feuchten Nebel verschluckt. Zum Start um 10.15 Uhr lachte die Sonne vom Himmel. Jubiläumswetter eben. Neue mussten sich durchfragen. Wer schon oft dabei war, konnte auch weiterhelfen. Bei dieser perfekten Organisation gab’s für jede Frage und jeden Kummer eine hilfreiche Antwort.

„Meine Teams aus dem TV sind alles Routiniers mit jahrelanger Erfahrung“, meint Mandl, „einige über Jahrzehnte. Ich kann mich auf sie verlassen.“ „Und trotzdem ist es jedes Jahr eine Herkulesaufgabe für den ganzen Verein“, fügen die nimmermüden Sekretärinnen der Geschäftsstelle, Gudrun Geiger und Alexandra Illig hinzu.

Nervosität steigt stetig

Edwin Stöckle hat an der Startlinie unterhalb der Klinik das Mikrofon in der Hand. Er begrüßt, weist ein, erklärt den Tageslauf und versucht die stetig steigende Nervosität der Aktiven zu beruhigen. Bereits vor dem Start, und dann auch bei der Siegerehrung, werden zwei Namen genannt: die Gründungsväter des Berglaufs, Fritz Boneberger und Klaus Gebhard.

Am 10. Oktober 1977 fiel der Startschuss für 115 Läufer über eine Strecke von damals fünf Kilometern. Vor allem aus Gründen des Naturschutzes hätte sich in diesen 14 Jahren viel verändert, erklärt Edwin Stöckle: der Termin im Jahreslauf, der Streckenverlauf, die Distanz. Kurze Laufstrecken hätte man dazu genommen für Kinder und vor einigen Jahren auch die Mountainbiker. Die Teilnehmerzahl ist – von wetterbedingten Ausschlägen abgesehen – stetig gewachsen.

10,36 Kilometer

Damit der Schwarze-Grat-Lauf innerhalb der Kriterien der Berglaufwertung des Deutschen Leichtathletik Verbands liege, bleibe es nun endgültig bei 10,36 Kilometern Distanz mit 470 zu bewältigenden Höhenmetern.

Jeder Teilnehmer hat am Fuß ein elektronisches Gerät, einen Transponder umgeschnallt. Wenn er über die Zielmatte läuft oder fährt ist die Zeit unter seiner Startnummer mit Namen absolut exakt gemessen.

263 Sportler sind am Start

Dieses Jahr gingen 263 Läufer und Radler an den Start. Die Zahl der Besucher dürfte bei rund 500 gelegen haben. Unentbehrlich sind die circa 80 TV’ler, die auch dieses Jahr wieder in verschiedenen Teams für einen perfekten Ablauf sorgten: Start, Streckenposten, Ziel, Auswertung, Verpflegung auch unterwegs. Unentbehrlich die Bergwacht und das DRK sowie die Feuerwehr Großholzleute. Der Radlerverein Pedalquäler sorgt verantwortlich für deren Part.

„Ohne das freundliche Entgegenkommen der Rehaklinik Überruh, deren Infrastruktur wir nutzen können, wären wir aber völlig aufgeschmissen“, betont TV-Boss Hansjörg Hübner bei der Siegerehrung. Hübner findet auch die richtigen und dankbaren Worte für Martha Maier, die durch zwei Jahrzehnte Regie führte in Sachen Verpflegung.

Die Besten

Die Besten jeweils nach Geschlecht und Altersklasse:

Kidscup 500 m: Luisa Illig, Laila Illig, Luis Geray, Jakob Moch.

Kidscup 1,3 km: Esther Eling, Mica Steinhauser.

Radler: Olivia Obermayer, Velena Walser, Karin Freiberg, Iris Mader, David Sambale, Simon Wittmann, Lukas Bernhard, Lukas Strauß, Quirin Schmölz, Daniel Lutz, Luis Sauter, Simon Epp, Roland Ballerstedt, Moritz Scheel, Valentin Kegreiß, Robert Wittmann, Roland Baumann, Ferdinand Gawser.

Hauptlauf: Amelie Hoffmann, Sophia Ihler, Veronika Holzer, Lisa Schmölz, Dagmar Gard, Tanja Edelmann, Stephy Schwärzler, Elke Matthiesen, Marie-Luise…, Irmgard Olma, Pirmin Maurus, Mario Luca Bauer, Luca Hilbert, Niklas Briechle, Michael Laur, Edwin Singer, Leandro Anton, Michael Kurray, Christian Mangold, Martin Sambale, Klaus Briechle, Carlo Riolo, Günther Längst, Alexabder Platzek, Wilfried Braun.

Stadtmeister: Amelie Hoffmann, Michael Münz, Iris Mader, Roland Ballerstedt.

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