OSK: Ring frei zur zweiten Verhandlungsrunde

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Wie geht es am Isnyer Krankenhaus weiter? (Foto: Panzram)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Vier Wochen sind seit dem letzten Treffen der Stadt Isny und des Landratsamts Ravensburg vergangen, in dem es um die Zukunft des Isnyer Krankenhauses ging – vier Wochen, in denen nichts, aber auch gar nichts über eventuelle Entwicklungen und Annäherungen nach außen gedrungen ist. Die Parteien hatten Stillschweigen bewahrt – und sie haben sich konsequent daran gehalten.

Am Dienstag nun treffen sich die Stadtverwaltung Isny und das Landratsamt ein zweites Mal nach dem Tag, an dem das Oberlandesgericht Stuttgart beschlossen hatte, das Krankenhaus Isny müsse mindestens bis zu dem Zeitpunkt geöffnet bleiben, an dem die Hauptklage rechtskräftig verhandelt ist.

Ab 14 Uhr heißt es in den Räumen des Landratsamts: Ring frei zur zweiten Verhandlungsrunde. Die Kontrahenten Rainer Magenreuter, Bürgermeister von Isny, und Landrat Kurt Widmaier werden sich an diesem Nachmittag gegenübersitzen – mindestens unterstützt von ihren Rechtsanwälten. Wobei es nicht das erste Treffen in den vergangenen vier Wochen ist. Immerhin war zwischendurch zweimal eine Kreistagssitzung. Auch da habe es einen Austausch gegeben, sagt Magenreuter. Ebenso sei „auf mehreren Ebenen“ mehrfach über den aktuellen Stand der Lage gesprochen worden, berichtet Franz Hirth, Pressesprecher des Landratsamts.

Wie sind die Vorzeichen für das Treffen? „Beide Seiten sind interessiert, dieses Thema zu lösen“, antwortet Hirth. Ist die Stadt Isny an einer schnellen Einigung interessiert? „Grundsätzlich ja, aber nur wenn die Interessen der Stadt Isny gewahrt sind“, formuliert Bürgermeister Magenreuter seine Erwartungen. Vergangene Woche war Rechtsanwalt Michael Quaas in Isny, um mit dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung weitere Vorgehen zu besprechen. Auch hier gilt: Nach außen dringen keine Inhalte.

Belegzahlen am Isnyer Krankenhaus sind weiter stabil

Während sich die beiden Parteien in Ravensburg treffen, geht der Betrieb am Krankenhaus Isny „eigentlich unverändert“ weiter, sagt OSK-Sprecher Winfried Leiprecht. Fast vier Wochen sind seit dem ursprünglichen Schließungstermin vergangen – und die Belegzahlen sind laut Leiprecht weiter stabil. In der zurückliegenden Kalenderwoche zwölf etwa habe sie zwischen 80 und 100 Prozent gelegen. Auch die vier Überwachungsbetten würden nach ihrer erneuten Inbetriebnahme wieder genutzt, sagt Leiprecht.

In Leutkirch dagegen habe die OSK die Personalpläne auf die Belegung von 40 der insgesamt 69 Betten heruntergefahren. Das liegt zum einen an den geringeren Belegzahlen der vergangenen Monate und zum anderen an den nach Isny abgezogenen Pflegekräften – zur Aushilfe, nachdem dort mehrere Mitarbeiter in Folge des Schließungsvorhabens gekündigt hatten.

Allerdings ist die Zahl von neun Kündigungen am Isnyer Krankenhaus, die die OSK im Februar öffentlich gemacht hatte, so nicht ganz korrekt widergegeben. Die Zahl beinhaltete auch einzelne Kündigungen am Krankenhaus in Leutkirch, bestätigt Leiprecht gestern. Weitere Kündigungen seit dem 1. März habe es aber nicht gegeben. Die Situation für die Mitarbeiter am Krankenhaus Isny bleibt indes unübersichtlich. Weiterhin fahre die OSK dort „auf Sicht“, wiederholt Leiprecht seine Ankündigung von Mitte Februar.

„Wir machen eine ganz schwere Zeit durch“, erzählen zwei Krankenhaus-Mitarbeiterinnen der SZ gestern – in einem Gespräch, dessen weitere Inhalte sie nicht veröffentlicht haben wollen. Aus Angst vor möglichen Konsequenzen.

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