Olga Grjasnowa liest aus „Gott ist nicht schüchtern“

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Olga Grjasnowa liest im Refektorium aus ihrem erschütternden Roman rund um das Schicksal zweier syrischen Flüchtlinge.
Olga Grjasnowa liest im Refektorium aus ihrem erschütternden Roman rund um das Schicksal zweier syrischen Flüchtlinge. (Foto: Helmut Voith)

Kommenden Freitag, 13. April, starten die Isnyer Literaturtage mit der ersten Autorenlesung: Die aus der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku stammende und nun in Berlin lebende Olga Grjasnowa liest aus ihrem Roman „Gott ist nicht schüchtern“. Für die Veranstaltung im Refektorium des Isnyer Schlosses, die um 19.30 Uhr beginnt, verlost die „Schwäbische Zeitung“ dreimal zwei Eintrittskarten (siehe Kasten).

In ihrem Buch erzählt Grjasnowa die Geschichte zweier syrischer Flüchtlinge, Amal und Hammoudi: Als in ihrem Heimatland das Chaos losbricht und Staatschef Assad die Proteste der Bevölkerung blutig niederschlagen lässt, feiert Amal erste Erfolge als Schauspielerin. Eben noch von Ruhm träumend, treibt sie zwei Jahre später im Meer, als das Schiff untergeht, das sie nach Europa bringen sollte. Amal rettet ein Baby und nimmt es als ihr eigenes an.

Hammoudi dagegen steht nach dem Ende seines Medizinstudiums vor dem Start ins Berufsleben in Paris. Zuvor muss er in Damaskus, der Hauptstadt seiner Heimat Syrien, noch Formalitäten erledigen. Ein Abstecher, der sein Leben schlagartig verändert: Seine Verlobte verschwindet und Hammoudi hofft auf einem winzigen Schlauchboot, mit Hunderten wildfremden Menschen die griechische Insel Lesbos leben zu erreichen.

Die beiden Protagonisten, zwei Menschen, die alles verloren haben und komplett von vorne anfangen müssen, treffen schließlich in Berlin aufeinander. Jener Stadt, in der auch Autorin Olga Grjasnowa aktuell mit ihrer Familie lebt – und wo sie selbst erlebt hat, was es heißt, Immigrant zu sein, ein Einwanderer in Deutschland. In ihrem Buch „Gott ist nicht schüchtern“ verdichtet sie ihre Erfahrungen zu einem erschütternden Dokument der Jetztzeit.

Für ihren Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ wurde Grjasnowa mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Dass sie nun bei den Isnyer Literaturtagen liest, ermöglichte auch die Unterstützung der Veranstaltungsreihe durch die Kreissparkasse Ravensburg.

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