Ohrenbetäubendes Echo setzt auf den Hosenboden

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Pompo mit den Kindern, die die Bühne im Theaterfestival-Zelt schließlich vor Begeisterung stürmen.
Pompo mit den Kindern, die die Bühne im Theaterfestival-Zelt schließlich vor Begeisterung stürmen. (Foto: Matthias Hagmann)
Walter Schmid

Ganz klassisch kommt er daher – mit zu weiter, kurzer Hose und Hosenträgern, die permanent rutschen. Doch eine rote Nase hat Clown „Pompo“ alias Stefan Damm nicht. Die braucht er auch nicht, das Spiel des gebürtigen Vorarlbergers lebt von der Interaktion mit dem Publikum. Egal, welche Blödelei er gerade plant: Die zahlreichen, zumeist sehr jungen Zuschauer werden mit ausdrucksstarker Mimik gefragt, ob er das denn nun wirklich tun solle. – Selbstverständlich ist die Rückmeldung des Publikums so ohrenbetäubend, dass Pompo prompt auf seinem Hosenboden landet. Und zu seinen freiwilligen Helfern zählen auch die Erwachsenen, die er gekonnt aus der Reserve lockt.

Natürlich gibt ein Clown auch sein artistisches Können zum Besten: Er balanciert mit einem einzelnen Blatt Zeitungspapier auf der Nase, er jongliert mit Wasserrohren, die ihn schließlich begraben, er setzt einen Hut auf zehn kunstreiche Arten auf seinen Kopf, nur um ihn gleich wieder zu verlieren.

Aber seine Show fasziniert vor allem durch das Spiel mit den kleinen Geschichten, die mit wenig Requisiten und viel Mimik Gestalt annehmen: So wird das geknüllte Zeitungspapier – plop-plop-plop – zu seiner stinkenden Hinterlassenschaft, die er sogleich ins Publikum wirft. Auf die Ideen zur Zweckentfremdung eines Laubbläsers muss man auch erst einmal verfallen. Der unscheinbare Luftballon verwandelt sich vom Regenwurm in immer neue Tiere, bis er schließlich als Schmetterling davonfliegt. Sein Versuch, sieben Plastikrohre gleichzeitig hochzuheben, gerät zur wilden Slapstick-Nummer, bei der Kinder kein Halten mehr kennen und die Bühne stürmen.

Eine lustige und abwechslungsreiche Clown-Show wurde am Sonntagnachmittag im – trotz Gluthitzte – prima gefüllten Theaterfestival-Zelt in Burkwang geboten.

Die zweite Zugabe hat Pompo für das kommende Festival-Jahr versprochen. „Das merken wir uns – versprochen ist versprochen“, rufen einige der Kinder auf der Tribüne. Nach der Show ist klar: Versprechen sollten gehalten werden.

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