Oberstes Ziel ist die Senkung der CO2-Emissionen

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 Isnyer Energiepioniere der FEGI (von links): Josef Hodrus, Rainer Magenreuter, Klaus Einsle, Bernhard Rinninger, Hellen Maus, N
Isnyer Energiepioniere der FEGI (von links): Josef Hodrus, Rainer Magenreuter, Klaus Einsle, Bernhard Rinninger, Hellen Maus, Norbert Dellekönig, Gebhard Mayer und Andreas Wingartz. (Foto: Jeanette Löschberger)
Jeanette Löschberger

Mit der Videobotschaft aus dem All von Alexander Gerst, die der Astronaut im November 2018 verfasste, hat Josef Hodrus, Aufsichtsratsvorsitzender der Freien Energiegenossenschaft Isny (FEGI), die diesjährige Generalversammlung eingeläutet.

Die „Nachricht an die Enkelkinder“ von Gerst nahm Hodrus zum Anlass, noch einmal an Paragraph 1 der Satzung zu erinnern. Die Einsparung von CO2, um die Erderwärmung so klein wie möglich zu halten, müsse das oberste Ziel sein. Das sei bereits bei der Gründung der Genossenschaft vor zehn Jahren das Ziel gewesen und sei es heute um so mehr. „Ich möchte, dass wir nicht als die Generation in Erinnerung bleiben, die diesen Planeten zerstört hat“, sagte Gerst und Hodrus schloss sich an.

„Ordentliches Arbeitspensum wird geleistet“

Im Namen des Aufsichtsrates und auch der Mitglieder sprach der Aufsichtsratsvorsitzende Hodrus Dank und Anerkennung an das Vorstandsduo aus. Es sei aufs Jahr verteilt ein „ganz ordentliches Arbeitspensum“, das ehrenamtlich geleistet werde. Bei der letzten Sitzung des Aufsichtsrates sei es um die Feststellung des Jahresabschlusses gegangen. Dieser werde von Bernhard Rinninger erstellt. Er zeigte anhand einer Grafik zunächst die Beteiligung der Bio-Energie-Isny (BEI) an der FEGI auf. Die weiteren Geschäftsfelder, wie die Beteiligung an der Windkraftanlage „Höhenwind“ im Januar 2018, wurden akquiriert und führen zu einer Investitionssumme von 385 000 Euro.

Mit 47 neu hinzu gewonnen Genossen erhöhte sich das genossenschaftliche Eigenkapital auf rund 1,6 Millionen Euro. Die vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende von 2,5 Prozent wurde einstimmig von den Mitgliedern angenommen. Ebenfalls einstimmig wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Als neues Aufsichtsratsmitglied konnte die FEGI Klaus Einsle, Handwerksmeister aus Maierhöfen, gewinnen. Er habe sich in den vergangenen Jahren als fachlich hochkompetenter Partner bei der Installation der PV-Anlagen bewiesen und wurde ohne Gegenstimme berufen.

Drei Standbeine der Genossenschaft

Hellen Maus, zusammen mit Andreas Wingartz Vorstand der FEGI, bekräftigte die Aussage von Hodrus: „Die Vorzeichen haben sich geändert, die vielen Bürgerbewegungen, wie beispielsweise Fridays for Future zeigen, wie sich das Bewusstsein in der Bevölkerung im Bezug auf Klimafragen geschärft hat.“ Die Investition in die Windkraft habe wegen Anfangsschwierigkeiten der Anlage nur 1,65 Prozent Ertrag gebracht, das entspreche aber immerhin rund 5300 Euro.

Die BEI habe inzwischen ein sieben Kilometer langes Wärmeleitungsnetz. Sie werfe nach wie vor kein Geld ab, für 2020 sehe der Businessplan das aber vor. Bis dahin würden sich die hohen Investitionskosten lohnen. Zusätzlich habe die BEI auf dem Siloah-Gelände als Quartierslösung ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen. Der Wärmeabsatz belaufe sich auf rund 60 000 Euro pro Jahr.

Maus ergänzte, dass aufgrund des heißen Sommers der Wärmeabsatz des Hackschnitzelwerks in 2018 zurück gegangen sei. Außerdem habe der Abriss der Grundschule, in der die Zentrale zur Wärmeversorgung des Schulzentrums stationiert war, zu einem Rückgang der Liefermenge gesorgt. Im General-Moser-Weg habe man die Trasse bis zur Mensa des Schulzentrums verlegt und dabei erfreulicherweise auch jeden zweiten Haushalt auf der rechten Seite der Straße gewinnen können.

Hervorragender Solarstromertrag

Die Ertragssituation der Photovoltaik-Anlagen (PV) sei hervorragend und letztendlich ausschlaggebend für den Gewinn, der eine Dividendenausschüttung möglich gemacht habe. Circa 109 000 Euro stehen bei den neun PV-Anlagen auf der Ertragsseite.

In ihrem Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr nannte das Vorstandsduo als Großprojekt die Nahwärmeversorgung des Neubaugebiets Mittelösch. Der Gemeinderat habe mit seinem Beschluss vom 8. April den Weg dafür geebnet. Es gebe damit eine Anschluss- und Abnahmepflicht von mindestens zehn Jahren für alle neuen Gebäude. Die Abwärme der Firma Früchte Jork und eine „Energiebox“, die an der Schallschutzwand installiert wird, würden dabei zuverlässige 28 Grad für den Betrieb von Fußbodenheizungen liefern. Zusätzlich sei für jedes Gebäude eine Wärmepumpe für Warmwasser und Wärme für kalte Wintermonate vorgesehen.

Ein weiteres Projekt in Planung ist ein Blockheizkraftwerk in der Heizzentrale am Festplatz. Betrieben werden soll es mit Biogas aus der Biogasanlage neben dem Wertstoffhof. Voraussetzung ist die Genehmigung der Trassenverlegung für eine Gasleitung. Für die Investition in eine PV-Freiflächenanlage würden derzeit mehrere Projekt sondiert und geprüft, hieß es.

Jedes Mitglied spart 43,88 Tonnen CO2 pro Jahr

Die Mitglieder der Energiegenossenschaft seien auf einem guten Weg zur CO2-Einsparung. Sie würden pro Genossenschaftsanteil – davon gibt es Stand Mai 2019 16 072 – 0,77 Tonnen pro Jahr einsparen. Auf die Mitglieder gerechnet seien das 43,88 Tonnen pro Jahr.

Hodrus schloss die Versammlung in den Räumen der Volksbank Allgäu-Oberschwaben in Isny mit einem Ausschnitt der Rede der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die an alle Politiker dieser Erde appelliert, sofort zu handeln. Hodrus dankte allen Mitgliedern der Energiegenossenschaft, die sich für ein CO2-armes Isny engagieren und damit, „wenn auch nur ein kleines Stück, den Umweltgedanken auf der ganzen Welt vorantreiben“.

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