Neues Wissen für den Alltag als pharmazeutisch-technischer Assistent

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Schwäbische Zeitung
Julia Garthen

In der nta Isny werden verschiedene Ausbildungen angeboten. Unter anderem können sich hier junge Männer und Frauen zum PTA, also zum pharmazeutisch-technischen Assistenten ausbilden lassen. Speziell für diese Berufsgruppe bietet die Isnyer Hochschule jedes Jahr Fortbildungstage an. Zu Beginn war die nta sogar die einzige Hochschule in ganz Deutschland, die diese Form der Weiterbildung für PTAs im Programm hatte.

Professor Kurt Grillenberger, Rektor an der nta Hochschule Isny, hat zusammen mit seinem Kollegium dieses Jahr für die 42. Fortbildungstage das Thema Hormone in den Mittelpunkt gestellt. Da ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zu Krankheiten führen kann, sei dies ein Thema, über das alle Apotheker und PTAs Bescheid wissen sollten, erklärte der Hochschulrektor in seiner Begrüßungsrede. Außerdem sei das Thema Hormone ein äußerst komplexes Gebilde. „Wir sind froh, dass auch dieses Jahr wieder so viele Besucherinnen und Besucher hierhergekommen sind, um sich weiterzubilden. Wir wissen, dass der Ausbildungsplan der PTAs 21 Jahre alt ist. Auch wenn die Politik hier Reformen voranbringen will, ist noch nichts so richtig klar“, so Grillenberger.

Die zweitägige Fortbildung umfasste von Montagmorgen bis Dienstagnachmittag diverse Vorträge von unterschiedlichen Profis der Branche. Ilse Zündorf von der Goethe-Universität in Frankfurt machte den Anfang und gab den Teilnehmern einen Einblick in die Welt der Hormone. Joanna Eisenbach referierte danach über die Schilddrüse und Christine Bender-Leitzig von der Hessel-Apotheke in Wiesloch informierte die Besucher über Kortison.

Am Dienstag ging es unter anderem weiter mit Natalie Stadelmann, die vielen als Fachfrau für Ernährung und Schwangerschaftsbelange bekannt sein dürfte. Sie hielt einen Vortrag über Verhütungsmethoden, die ohne Hormone auskommen. „Es mag sein, dass sich manche wundern, wieso ich auf einer Fortbildung, bei der es um Hormone geht, ausgerechnet ein Thema gewählt habe, bei dem Hormone bewusst vermieden werden. Aber natürlich funktioniert hormonfreie Verhütung nur dann, wenn der Hormonhaushalt der Frau gesund ist und gut funktioniert.“, erklärte die vierfache Mutter.

Apotheker Michael Greiff von der Marktapotheke Greiff in Rotthalmünster erzählte im Gespräch über seine beruflichen Erfahrungen mit hormonellen Verhütungsmethoden: „Die Anti-Baby-Pille wird von einigen Ärzten wie Bonbons verschrieben. Da kommen junge Mädchen in die Apotheke und holen sich die Pille - vielleicht sogar einfach nur, um ihre Akne loszuwerden – und nehmen täglich Hormone ein, ohne sich darüber Gedanken zu machen.“ Die Konsequenzen aus jahrelanger Hormonzufuhr seien oft in späteren Jahren ein unerfüllter Kinderwunsch oder sogar ernstzunehmende Krankheiten.

Auch Natalie Stadelmann, Autorin mehrerer Ratgeber, mahnte zum Bedacht im Umgang mit eingenommenen Hormonen. „Wir dürfen auch bedenken, dass die Hormone, die durch Verhütungsmittel eingenommen werden, durch den Urin im Abwasser und später im Grundwasser landen. Ökologisch ist das nicht.“ Gastgeber Grillenberger freute sich sichtlich darüber, dass die ehemalige Schülerin seiner Hochschule an den Fortbildungstagen auf der Bühne stand. „Da können Sie mal sehen, was aus einer PTA-Schülerin so alles werden kann“, lachte der Rektor.

Dem Kollegium der nta liegt besonders am Herzen, mit den jährlichen Fortbildungstagen Themen aufs Tableau zu bringen, die den anwesenden PTAs und PTA-Schülern im Alltag einen echten Mehrwert bieten. Von den rund 220 Teilnehmern sind etwa 60 Schüler der nta, alle anderen sind externe PTAs, die sich weiterbilden möchten und mitten im Berufsleben stehen – da sind Fortbildungsthemen „mit Praxisrelevanz“ natürlich sehr wichtig.

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