Naturgarten im Stephanuswerk Isny

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Amin Hasan, Mohamed Karim Aftab, Samir Afghanzai (von links nach rechts) bei der Arbeit im Naturgarten im Stephanuswerk Isny
Amin Hasan, Mohamed Karim Aftab, Samir Afghanzai (von links nach rechts) bei der Arbeit im Naturgarten im Stephanuswerk Isny (Foto: Evangelische Heimstiftung)
Schwäbische Zeitung

Anfang April entstand auf dem Gelände des Stephanuswerks ein besonderer Gemeinschaftsgarten. In Zusammenarbeit mit Régine Goueffon legten junge Geflüchtete einen Naturgarten mit hiesigem Gemüse, Kräutern und Blumen an.

Im Bildungszentrum Stephanuswerk Isny werden seit Juni letzten Jahres im Rahmen des Careleaver-Projekts der Aktion Mensch 14 junge Männer unterschiedlicher Abstammung vom Projektteam Melanie Brunold, Jürgen Miller und Sarah Fehr im Alltag begleitet. Durch die finanzielle Hilfe von Aktion Mensch und der Stadt Isny ist laut der evangelischen Heimstiftung bezahlbarer Wohnraum und wichtige Integrationsarbeit möglich.

Viele sind mit Garten aufgewachsen

Im März dieses Jahres, mitten in der Corona-Krise, stellte Goueffon ein neues Gartenprojekt unter dem Motto „Viele Hände lassen gemeinsam neues Leben sprießen“ vor. Sie berichtet davon, wie Mohamad (auf dem Bild in der Mitte) leuchtende Augen bekam bei der Idee, Blumen in seinem Beet säen zu dürfen: „Die jungen Männer sind in anderen Weltgegenden „verwurzelt“, sie freuen sich darauf, Verantwortung für ein kleines Stück neue Heimat übernehmen zu dürfen“.

Viele der Projektteilnehmer seien in ihrem Heimatland mit Garten oder kleiner, nachhaltiger Landwirtschaft aufgewachsen. Samir kommt aus der Provinz Nangarhar in Afghanistan und erzählt, wie er sich nach seiner täglichen Arbeit in der Autowerkstatt oft noch um den großen Familiengarten gekümmert hat. Dort hätten sie unter anderem Auberginen, Süßkartoffeln, Chilis und Tomaten angebaut. In den Sommermonaten hätten sie ihr überschüssiges Gemüse auf dem Markt verkauft.

Spende von 2000 Euro

Aufgrund der Spende der Bäckerei Mayer aus Isny in Höhe von 2000 Euro konnte das Gartenprojekt am 6. April starten. Beate Kamp, Bereichsleitung des Bildungszentrums, sowie Toni Drescher, pädagogischer Leiter der Jugendhilfe, bedankten sich hierfür im Namen der jungen Menschen.

Es sei fleißig gesät und bepflanzt worden, vielleicht entstünden noch Sitzmöglichkeiten zum Plaudern und Ausruhen. „Beim Sammeln, Ausgraben, Befüllen und Bepflanzen an der frischen Luft verpuffen mögliche Differenzen, jeder kann seine Kraft und seine Ideen einbringen, wir arbeiten lösungsorientiert miteinander und lernen voneinander. Es ist einfach schön zu erleben, wie z. B. ein Afghane, ein Kurde, ein Somalier und ein Gambier sich beim Altholz aus dem Wald holen oder Wassertonnen füllen gegenseitig unterstützen und sich dabei freuen.“

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