Musiker bieten frechen Humor und mitreißende Spielfreude

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Musiker bieten frechen Humor und mitreißende Spielfreude
Musiker bieten frechen Humor und mitreißende Spielfreude
Redaktionsleiter

„Vollgas böhmisch“ hieß es im Kurhaus in Isny beim Konzert von „Vollgas Brass“. Es stand aber nicht nur böhmisch-mährische Blasmusik bei diesem rasanten Konzert auf dem Programm.

„Vollgas Brass“, das sind sieben Blechbläser und bei diesem Konzert zusätzlich der von Maria Thann ausgeliehene Schlagzeuger Michael. Seit 2005 gibt es die Band, die sich nach Vorbild von „Mnozil Brass“ aus Musikern der Stadtkapelle gebildet hat. Mit Trompeten und Posaunen und nicht zu vergessen, die wichtige unermüdliche Tuba, bieten sie alles was das Herz des Blasmusikfans höher schlagen lässt. Ihre Spielfreude ist mitreißend, der Humor frech und außerdem beherrscht jeder in der Band sein Instrument – oder auch mehrere - virtuos. Unter der versierten Leitung und witzigen Moderation von Rafael Ohmayer bot „Vollgas Brass“ ein Feuerwerk der Blasmusik. Mit böhmischen Polkas begann die Band noch eher verhalten, steigerte aber schnell das Tempo.

Die Walzerrunde hätte zum Tanz einladen können, wenn im Publikum Paare mutig genug gewesen wären. Die Musiker spielten sich zusehends warm, wurden lockerer und kühner und begeisterten mit ihren Soli. Da darf sich gern ein bisschen Swing unters Böhmische mischen, die bekannten Polkas kriegen auf einmal richtig Pfeffer und brasilianische Lebensfreude und Allgäuer Blasmusik widerspricht sich schon gar nicht.

James Last, der unverwüstliche Bandleader, hätte sicher seine Freude an der Interpretation des „Fliegermarsch“ von „Vollgas Brass“ gehabt. Beim „Karneval von Venedig“ übernahm „der Chef persönlich“ (so Posaunist Andi) das Solo und er spielte wie losgelassen. Keinen Triller und Schnörkel ließ er aus, ein Zwitschern hier, ein Lockruf da und die Töne füllten das ganze Kurhaus. Xaver Rist, das gutmütige Opfer von ständigen Frotzeleien der jüngeren Bandmitglieder, und Thomas Müller zeigten den Jungspunden was eine Posaune und Basstrompete können. Die durften sich sogar unters Publikum mischen. Tolle Soli spielten auch Posaunist Andreas Lipinski, Markus Kresser mit der Tuba sowie Karin Scherer und Thomas Hübel mit der Trompete. Hübels Frank Sinatra-Medley war hörenswert. Auch wenn ihm die vielen Whiskys und Zigaretten des Amerikaners in der Stimme fehlen. Das Publikum im nicht ganz vollen Kurhaussaal wollte die Musiker auch nach drei Stunden Musik noch nicht gehen lassen, die Zugaben waren dann nochmals Blasmusik vom Feinsten. Ohmayer dankte der Stadtkapelle und dem Förderverein für die große Unterstützung, die hat „Vollgas Brass“ aber auch verdient.

3: Solo von Andreas Lipinksi (links) und Rafael Ohmayer

5: solo von Markus Kresser mit der Tuba

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