Moscheeführungen, Kinderprogramm und leckere Speisen

Lesedauer: 4 Min
Die Frauen bereiten beim Sommerfest der Islam-GemeindeGözleme-Pfannkuchen vor.
Die Frauen bereiten beim Sommerfest der Islam-GemeindeGözleme-Pfannkuchen vor. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Zum letzten Fastenbrechen nach dem Ramadan habe man für die ganze Isnyer Ditib-Islamgemeinde bereits das Festzelt hinter dem Gebetshaus in der Rainstraße aufgebaut und allen Besuchern ein kostenloses Essen ausgegeben, erzählt der Vorsitzende Neclet Özkoc. Eine besondere Freude sei es für die Gemeinde gewesen, dass auch Bürgermeister Rainer Magenreuter und die Pfarrer Edgar Jans und Dietrich Oehring ihrer Einladung zum Fastenbrechen gefolgt seien.

Eine Woche später gab es nun das Sommerfest von Freitag bis Sonntag mit leckeren türkischen Speisen, Moscheeführungen, Kinderprogramm, und Musik. Zwischendurch wurden die fünf Gebetszeiten abgehalten, geleitet durch den vom türkischen Religionsministerium entsandten Imam Ayden Abanoz.

Der Vorsitzende der Isnyer Gemeinde, Neclet Özkoc, steht selbst hinter der Pommes-Theke neben den Männern am Lammfleischgrill und begrüßt die ankommenden Gäste im Allgäuer Dialekt: „Hosch hoffentlich au en Hunger mitbrocht.“

Es ist ein Kommen und Gehen der türkischen Muslime aus Isny und der ganzen Region im kleinen Festzelt. Nur wenige Deutsche aus der Isnyer Bevölkerung sind dabei beim munteren Lachen und Tratschen.

Dazwischen serviert einer, in anatolische Tracht gekleidet, heißen Schwarztee. An den verschiedenen Theken gibt es Döner, Frikadellen, Lammkottelets, Gözleme (Riesenpfannkuchen mit Käse und Gemüsehack gefüllt) und auch typische süße Backwaren und Kaffee.

Die Wahl in der Türkei schien für die Deutschtürken am Sonntag bereits gelaufen zu sein. „Wir haben unsere Stimme schon längst abgegeben. Politische Beeinflussung oder gar, jemanden unter Druck zu setzen, sei unter ihnen tabu – jeder wähle was er wolle. Das behauptet jedenfalls Neclet Özkoc. In der Moschee werde keinerlei Politik betrieben.

Imam Ayden Abanoz leitet seit einigen Monaten die täglichen fünf Gebetszeiten im Gebetsraum und ist beim Festtrubel mittendrin. Er geht von Tisch zu Tisch, denn schließlich ist er auch für das seelische Wohl seiner Gemeindeglieder zuständig.

Seine Familie lebt in der Türkei und besucht den Papa alle drei Monate. Politik zu treiben sei für ihn als vom Religionsministerium Ditib gesandten Imam verboten, lässt er über ein gut Deutsch sprechendes Gemeindeglied ausrichten. Seine Aufgabe sei, Gutes zu verbreiten für die Familien, die Gemeinde und die ganze Welt – Frieden und nicht Gewalt: „Islamistischen Terror gibt es nicht. Terror ist Terror, er hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Er wolle, wie jede andere Religion auch, zu nichts anderem als zu Respekt und Barmherzigkeit unter den Menschen einladen, betont der Imam.

Der „Heilige Krieg“, der sogenannte Dschihad, wolle im Grunde das Böse im Menschen selbst bekämpfen. Es sei damit das Bemühen gemeint, sich selbst und seine Leidenschaft zu überwinden um Gott näher zu kommen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen