Mobilität im Alter hat viele Gesichter

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 Das Bild zeigt (von links): Barny Bitterwolf, Anja Hornbacher, Taddäus Kunzmann, Petra Krebs und Rainer Magenreuter.
Das Bild zeigt (von links): Barny Bitterwolf, Anja Hornbacher, Taddäus Kunzmann, Petra Krebs und Rainer Magenreuter. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Rund 20 Senioren, einschließlich Stadtseniorenrat, sind der Einladung der Landtagsabgeordneten Petra Krebs ins Foyer des Kurhauses gefolgt, wo es um das Thema Mobilität im Alter ging. Für etwas Heiterkeit und gute Stimmung sorgte der Oberschwäbische Barde Bernhard Bitterwolf mit einer Anzahl seltsamer Instrumente und teils trefflichen Sprüchen in breitem Schwäbisch. Überhaupt waren für die Impulsreferate Schwäbischkenntnisse unerlässlich.

Bürgermeister Rainer Magenreuter hatte es als Hausherr bei diesem wenig heiteren Thema am Leichtesten. Er konnte auf das Ambiente am und hinter dem Grabenweiher hinweisen: Kurpark, Stadtmauer, Türme. Kein Wunder, dass sich Senioren hier wohlfühlen würden. Viele hier geborene und aufgewachsene Isnyer, die ihr Berufsleben außerhalb in irgendeiner Industriemetropole leben und arbeiten „mussten“, würden wieder zurückkehren und verbringen hier ihren Ruhestand. Am Thema alters- und behindertengerecht sei man in Isny schon seit 50 Jahren dran. Aber auch hier in Isny sei diesbezüglich und vor allem bezahlbarer Wohnraum Mangelware.

Der Demografiebeauftragte der Landesregierung, Thaddäus Kunzmann, referierte über Mobilität im ländlichen Raum und legte vor allem statistische Daten vor. Fazit: Wir werden weniger und werden immer älter und die soziologischen Strukturen der Gesellschaft verändern sich. Heute würden noch 70 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf – mit und ohne Sozialdienste – in den Familien betreut. Familien lösen sich weiter auf. Der Mehrgenerationenhaushalt hat ausgedient. Die Generation der Hochaltrigen werde künftig durch mehr Singles und Paare ohne Kinder geprägt sein, oder eigene Kinder seien berufsbedingt weggezogen. Damit müsse Versorgung, Betreuung und Pflege auf andere Art sichergestellt werden. Altersgerechter Wohnungsbau, Sicherung der Nahversorgung in den Dörfern, altersgerechte Verkehrsinfrastruktur, Hausärztliche Versorgung, Sicherstellung von Pflegeplätzen.

Anja Hornbacher von der Beratungsstelle „Zuhause Leben“ gab vor allem auch persönliche Impulse mit auf den Weg. Ermutigend: Alt sein bedeute nicht zwangsläufig in seiner Mobilität eingeschränkt zu sein. „Wie alle Menschen profitieren Senioren von einem gut ausgebauten Straßen- und Wegenetz und öffentlichen Verkehrsmitteln, von Zugang zum Internet und einem gut ausgeschilderten öffentlichen Raum.“ Genauso wichtig: „Man kann auch selbst ganz viel dazu beitragen, lange beweglich zu bleiben: Regelmäßige Bewegung. Gesunde Ernährung. Gesundheitsvorsorge. Anreize schaffen die zwingen das Haus zu verlassen. Selbst zum ,Mobilmacher, werden, zum Beispiel nachbarschaftliches Miteinander zu organisieren und sich selbst beteiligen.“

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