Lena Scholz hat es geschafft: Sie reist zum Wettbewerb nach Lübeck.
Lena Scholz hat es geschafft: Sie reist zum Wettbewerb nach Lübeck. (Foto: Stefanie Böck)

Lena Scholz hat es geschafft: Obwohl ihr beim Landeswettbewerb kurz vor dem Auftritt zwei Saiten ihrer Zither rissen, behielt die 17-Jährige die Nerven und schaffte die Weiterleitung nach Lübeck. Dort wird sie am heutigen 17. Mai als einzige Musikerin auf ihrem Instrument aus ganz Baden-Württemberg mit elf weiteren Zitherspielern vor der Jury ihr Können unter Beweis stellen beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“, dem renommiertesten Musikförderprojekt Deutschands.

Mit acht Stücken aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen will sie Publikum und Juroren für ihr Spiel begeistern. Seit Wochen feilte die Isnyerin, die jede Woche mit ihrer Mutter Maria Scholz nach Österreich zum Unterricht fährt, akribisch an Details: „Mit meiner Dämpftechnik waren die Jurys bei den letzten Auftritten ganz zufrieden. Die letzten Wochen habe ich versucht, noch mehr Ausdruck in das Spiel zu bringen“, erzählt Lena.

Das heißt zum Beispiel, höfische Stücke noch tänzerischer zu spielen. Fast jeden Tag wiederholte sie die Stücke. Noten braucht sie schon lange keine mehr: „Ich kann alles auswendig.“ Ganz konzentriert auf ihre Fingerspitzen und den Zitherring am Daumen könne sie viel freier und mit mehr Ausdruck spielen. Die größte Herausforderung sei das Stück aus der Kategorie Volksmusik: „Da sind fast alle Noten Dreiklänge und die Begleitung geht komplett durch.“

Zither gilt allgemein als eines der schwierigsten Instrumente, das man überhaupt erlernen kann. In Tests haben Autodidakten versucht, sich verschiedene Instrumente anzueignen – bei vielen klappte das problemlos. Nur bei der Zither scheiterten sie! Lena Scholz spielt seit zwölf Jahren, seit ihrem fünften Lebensjahr, jenes Instrument, mit dem schon ihr Opa Hansjörg Böck sein Publikum bei öffentlichen Auftritten erfreut hatte.

Nach Lübeck in die Media Docks direkt am Hafen wird sie von ihren Eltern begleitet. Nervös sei sie allerdings nicht, sagt Lena. Schließlich kennt sie sich mit Bundeswettbewerben bereits aus: 2015 holte sie in Hamburg den ersten Preis. „Ich freue mich aufs Spielen. Und auf die knapp 2000 anderen jungen Musikerinnen und Musiker. Es ist toll die Instrumente zu hören und sich auszutauschen.“

Ihre Saiten will sie heute allerdings ganz genau prüfen. In Bietigheim-Bissingen, beim Landeswettbewerb, rissen zwei Minuten vor ihrem Einsatz zwei Seiten. „Ich war total verzweifelt. Der Herr von der Eintrittskasse hat uns noch schnell beim Besaiten geholfen – dann musst ich auch schon rein.“ Die Nerven hatte sie grade noch so im Griff – nur beim letzten Stück, zitterten die Hände und sie verspielte sich. Mutig stoppte sie das ganze Stück und fing nochmals von vorne an – dann klappte alles. Die Punktzahl reichte, mit dem ersten Preis und der Weiterleitung zum Bundeswettbewerb in der Tasche fuhr sie erleichtert und glücklich nach Hause. Und nach den vielen Unterrichtseinheiten und zahllosen Übungsstunden nun nach Lübeck. Lena Scholz ist froh, dass es jetzt los geht: „Ich bin gespannt auf die Rückmeldung der Jury – das ist immer ein toller Motivationsschub zum Weiterüben.“

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