Mehr Grün für die Isnyer Innenstadt

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Die Wassertorstraße ist nur eine von fünf Straßen, die aktuell von Alexandra Haug begutachtet werden, um geeignete Plätze für Ne
Die Wassertorstraße ist nur eine von fünf Straßen, die aktuell von Alexandra Haug begutachtet werden, um geeignete Plätze für Neuanpflanzungen zu finden. (Foto: Julia Garthen)
Julia Garthen

Im Sommer haben die Freien Wähler im Isnyer Gemeinderat einen Antrag für mehr Bäume in der Innenstadt gestellt. Nachdem die Urlaubsphase vorüber war, machten sich Alexandra Haug, Sachgebietsleiterin für Natur und Landschaftspflege, und ihre Kollegen daran, neue mögliche Standorte dafür zu finden. Da dieser Prozess viele Schritte in sich birgt, werden die Verantwortlichen noch eine ganze Weile an dem Projekt arbeiten.

Dass viele Isnyer sich eine grünere Innenstadt wünschen, wird immer wieder klar, wenn Naturthemen in Isny besprochen werden. Leider ist es nicht ganz so einfach, das Stadtbild zu verändern, wie der geneigte Laie sich dies vorstellen mag. „Die meisten Leute sind für mehr Bäume und wünschen sich eine bessere CO2-Bilanz“, so Alexandra Haug. „Wenn man dann aber persönlich von Veränderungen betroffen ist, sind manche Bürger doch dagegen.“

Gründe gegen eine Neuanpflanzung

Die Ablehnung gegenüber einem neu gepflanzten Baum kann verschiedene Gründe haben. „Es kann sein, dass die Parkmöglichkeiten eingeschränkt werden, dass ein Schaufenster nicht mehr so gut zu sehen ist, dass der neue Baum eine ungewollte Verschattung mit sich bringt oder dass Arbeit durch den Laubabwurf entsteht“, erklärt die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung die Gründe, die gegen eine Neuanpflanzung sprechen können. Die Abstimmung mit den jeweiligen Angrenzern ist jedoch erst einer der letzten Schritte, bevor es tatsächlich zum Einpflanzen neuer Bäume kommt.

Vorher arbeiten die Verantwortlichen bereits einige Zeit daran, infrage kommende Standorte überhaupt zu finden. „Es gibt gewisse Abstände, die laut Bebauungsplänen einzuhalten sind. Außerdem befinden sich unter der Erdoberfläche ja auch viele Leitungen im Boden, zum Beispiel für Strom, Wasser oder von der Telekom. Dann müssen wir zudem beachten, dass der fließende Verkehr nicht beeinträchtigt wird“, skizziert Haug die einzelnen Punkte.

Es bedarf einer engen Abstimmung

Hinzu komme, dass auch die vorgegebenen Wege für die Feuerwehr frei bleiben müssten. Da aktuell genau aus diesem Grund in der Stadt neue Plätze für den Wochenmarkt eruiert werden, bedarf es einer engen Abstimmung unter allen Verantwortlichen, da auch die neuen Standorte für die Marktstände müssten berücksichtigt werden. „Das Thema Bäume in der Innenstadt haben wir schon seit einigen Jahren immer wieder“, erzählt Haug. „Jedoch nicht in dieser Größenordnung. Deshalb ist es uns allen wichtig, dass wir hier sauber arbeiten und alle Eckpunkte mit einbeziehen.“

Und das dauert eben. Fünf Straßen werden nun also noch einige Zeit genau inspiziert werden: Wassertorstraße, Bergtorstraße, Obertorstraße, Espantor- und Notre-Dame-de-Gravenchon-Straße. Sind mögliche Standorte gefunden, werden sie im Gemeinderat abgestimmt. Wenn im Anschluss daran die betroffenen Grundstücksbesitzer und Einzelhändler einverstanden sind, geht es los mit einer grüneren Innenstadt.

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