Meersburg und Isny musikalisch auf Augenhöhe

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Thomas Herz dirigiert die Stadtkapelle Isny.
Thomas Herz dirigiert die Stadtkapelle Isny. (Foto: Babette Caesar)
Schwäbische Zeitung
Babette Caesar

Ihr Frühlingskonzert hat die Stadtkapelle Isny am Samstagabend im Kurhaus am Park zusammen mit der Stadtkapelle aus Meersburg bestritten. Den Gästen vom Bodensee unter der Leitung von Marianne Halder war die erste Partie vorbehalten, wonach Stadtmusikdirektor Thomas Herz das Pult betrat und die Isnyer Musiker starteten. „Vom See bis ins Allgäu“ lautete das Motto, das die beiden Kapellen mit viel Heiterkeit musikalisch umsetzten. Sehr zur Freude der vielen Zuhörer.

„Sieht toll aus!“, brachte Manuel Haberstock, Vorstand der Isnyer Stadtkapelle, seine Freude über den mehr als gut besuchten Abend und das große Interesse an den Gästen aus Meersburg zum Ausdruck. Marianne Halder und Thomas Herz ist dieses Zusammentreffen zu verdanken. Sie kennen sich schon lange und nun hat es endlich geklappt. Für die Meersburger war es der erste Auftritt in Isny. Für die Isnyer geht es im Sommer an den See zu einem Gegenbesuch.

Mit einem flotten „Bohemian Gallopp“ von Alfred Bösendorfer hob die Meersburger Stadtkapelle an, um richtig warm zu werden. Für einen Klassiker des amerikanischen Komponisten Alfred Reed und sein „The Hounds of Spring“. Hierin erzeugte das Orchester eine heitere und entspannte Aufbruchstimmung, bei der man das Grün draußen förmlich sprießen hörte. So wie es in diesen Frühlingstagen wächst und gedeiht. Optimistisch und voller Zuversicht tat sich ein langsamer Satz auf, bevor die Musiker in einem hohen geschwungenem Bogen nochmals ausholten, um zu gedämpften Paukenschlägen auszuklingen. Aber nur beinahe, starteten sie doch erneut einmal voller Esprit durch. Das gelang auch Solotrompeter Volker Bühler in Rob Wiffins „Chase the sun“ in ruhiger gelassener Manier. Kommentiert hat den Meersburger Auftritt Christian Bruns. Sehr pfiffig, als er in gereimter Form dem Schwadronieren über die Entstehungsgeschichten der Musikstücke und dem Aufsagen von Komponistenbiographien eine Absage erteilte. „Für uns Männer ist das ein toller Verein“, schlug er einen Haken hin zu den vielen „Mädels“, die hier eintreten. Und zum swingenden „Candyman“, bei dem die Schlagwerke explodierten und gute Laune verbreiteten. Die gab es auch mit der Akkordeonistin Martina Blaser zu Johan de Meijs „Klezmer Classics“ als einen Mix aus traditioneller Blasmusik und orientalischen Klängen.

„Easy Listening“ mit viel Swing

Wer und was alles den Namen „Cassiopeia“ trägt, verriet Manuel Haberstock den Gästen zu Beginn des zweiten Konzertteils mit der Stadtkapelle Isny. Vom Sternbild über die antike äthiopische Königin bis zur Qualle in den Mangroven reicht die Palette, welche der Portugiese Carlos Marques in seiner gleichnamigen Komposition vertont hat. Von euphorisch bis hymnisch in den ersten Takten hin zu rhythmisch aufgeladenen Partien im Wechsel mit sanften, beschwingten Einblenden dirigierte Thomas Herz ebenso einfühlsam wie bestimmend seine Musiker durch dieses Werk. Locker swingend mit vier Titeln von Bert Kaempfert als einem der großen Orchesterchefs neben James Last ging es in die nächste Runde. „Easy Listening“ oder besser noch die Vorstufe zur Lounge Music nannte Haberstock diesen Sound, den der Trompeter auch während des Spiels mit anfeuernden Einlagen versah. Ganz im Sinne des brasilianischen Komponisten Jorge Ben Jor und seinem weltberühmten „Mas que nada“, das übersetzt „Mehr als nichts“ bedeutet. Im Falle der Isnyer Stadtkapelle ein „Viel mehr“, zu dem sich Markus Götz´ „Groove Academy“ und Flügelhornist Korbinian Riedle mit einem starken Solo in Colin Benders alias Kytemans „Sorry“ gesellten.

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