Martinsstadel in Bolsternang eingeweiht

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 Die Pfarrgemeinde Bolsternang hat ein neues Gemeindehaus.
Die Pfarrgemeinde Bolsternang hat ein neues Gemeindehaus. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit ist das naue Pfarrheim in Bolsternang eröffnet worden. Nach der Sonntagsmesse strömten die Gläubigen direkt dorthin zum Sektempfang und zur Weihe.

Das neue Gemeindehaus soll künftig, entsprechend dem Namenspatron der Kirche, Martinsstadel heißen, so ist aus den Reihen des Kirchengemeinderates zu vernehmen. Der ganzen Gemeinde scheint hörbar ein Stein vom Herzen gefallen zu sein, dass nach zehnjähriger Schwangerschaft das Kind nun endlich das Licht der Welt erblickt hat.

Der Jugendchor sang sehr passend „komm herein und nimm dir Zeit“. Pfarrer Edgar Jans größter Wunsch ist, dass das Leben in diesem Haus vom Geist der Liebe Jesu geprägt sein möge. Nach dem Gebet für alle Menschen die am neuen Gemeindehaus mitgearbeitet haben und die künftig ein und aus gehen werden, hat er das Pfarrheim „au no a bissle mit Weihwasser angspritzt“.

Die heilige Handlung wurde in gelöster, fröhlicher Stimmung vollzogen – wahrlich nicht alltäglich in der Kirche. Die Stimmung entsprach aber der Freude der ganzen Gemeinde über die glückliche Geburt des Kindes mit dem Namen Pfarrstadel – geboren nach überlanger Schwangerschaft.

Mit dem uralten Ritual des Besprengens mit dem gesegneten Weihwasser wird symbolisch Feindseligkeit und Böses ferngehalten und der hilfreiche Beistand des Heiligen Geistes herbeigerufen. Die Gläubigen danken dafür mit der Bekreuzigung.

Architekt Oliver Gegenbauer überbrachte seine Glückwünsche in Form eines gebackenen Schlüssels. Ortsvorsteher Rainer Leuchtle machte spöttische Bemerkungen mit Blick auf ähnliche aktuelle Bauvorhaben und suchte nach Parallelen zwischen dem Martinsstadel und dem neuen Berliner Flughafen und dem Stuttgarter Bahnhof. Zumindest in Puncto Bauzeit, im Kostenvolumen und bezüglich Baumanagement hätte Bolsternang die Nase weit vorn. Leichtle wünscht sich, „dass der Ortschaftsrat immer mal wieder im neuen Gemeindehaus tagen darf, als Zeichen dafür, dass wir, Kommune und Kirche, zusammengehören.“

Kirchengemeinderat Johannes Merta zeichnete in seinem Grußwort die wesentlichen Stationen nach, von den ersten Überlegungen zu einem Pfarrheim im Jahr 2009 bis zum Einweihungstag. 2013 fiel die Entscheidung, dass nicht das alte Pfarrhaus umgebaut werden soll, sondern das alte Vereinshaus, früher Kindergarten und Schule, von der Stadt gekauft, abgerissen und ein eigenständiges Gemeindehaus erstellt werden soll. 2017 wurde das Baugesuch eingereicht, 2018 nach Ausschreibung das Unternehmen Holzbau Butscher als Generalunternehmer beauftragt.

30 000 Euro an Spendengeldern sind aus der Gemeinde und von Firmen eingegangen, weitere 10 000 Euro vom Patronatsherrn Erich von Waldburg-Zeil. Einige Ehrenamtliche hob Merta ganz besonders auf den Ehrenschild für ihren unermüdlichen handwerklichen Einsatz: Benedikt Fuchs, Willi Keybach und Markus Haas.

„Zum Schluss bleibt mir bloß noch, uns allen zu wünschen, dass es ein offenes und einladendes Haus sein möge, in dem wir als bunte Gemeinde leben und lachen, weinen und diskutieren, singen und musizieren, tagen und feiern können. Ein Haus des Friedens und des Zusammenhalts, der Toleranz und der Gemeinschaft soll es sein“, so Merta.

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