„Literatur im Fenster“ feiert zehnjähriges Bestehen

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 Dem Verein „Literatur im Fenster“ bietet ein unabhängiges Bildungsprogramm, wie hier auf dem Bild der kunstgeschichtliche Kurs
Dem Verein „Literatur im Fenster“ bietet ein unabhängiges Bildungsprogramm, wie hier auf dem Bild der kunstgeschichtliche Kurs zum „Expressionismus“ mit der Dozentin Inge Gerlach-Grube. (Foto: Verein)
Schwäbische Zeitung

Seit zehn Jahren gibt es in Isny mit dem Verein „Literatur im Fenster“ ein unabhängiges Bildungsprogramm. Ein guter Anlass retrospektiv über Entstehung und Entwicklung zu berichten, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Dagmar Eger-Offel, seit 2002 Dozentin an der Frauenakademie Ulm und seit einigen Jahren auch an der Männerakademie in Ulm, wollte auch in Isny etwas von diesen erfolgreichen Unterrichtskonzepten anbieten, so der Pressetext. Im Februar 2009 begann ein Literaturcafé mit einem kleinen Kursprogramm für Literatur und Philosophie im Paul-Fagius-Haus. In anregenden Gesprächen mit Monka Raabe und Anthimos Toupheksis wurde dann bald darauf ein Verein gegründet mit dem Anspruch, ein unabhängiges Bildungsangebot für interessierte Bürger zu etablieren. Gründungsmitglieder sind neben den beiden Vorständen Alexandra Hübner, Erni Kugel, Sebastian Offel, Brigitte Raabe, Monka Raabe und Rosemarie Schulz. Ab Mai 2009 wurde dieser Plan umgesetzt im ehemaligen Schlagentweith-Haus, damals „Kunstraum“, unter der Leitung von Ursula Loibner. Der Kunstraum entwickelte sich zu einem breit aufgestellten Kulturprojekt, in dem fortan Kurse in Malerei, Bildhauerei, Theater und Geisteswissenschaften angeboten wurden, heißt es in dem Schreiben.

„Literatur im Fenster“ unter der Leitung von Dagmar Eger-Offel und Anthimos Toupheksis startete mit einem „Studium Generale“, angelehnt an ein bayerisches Volkshochschulprojekt. Darin werden bis heute Kurse angeboten aus den Bereichen Literatur, Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte, Politik. Das Studium Generale ist ein Bildungsprogramm für Erwachsene, bei dem Grundwissen in verschiedenen Fachbereichen erworben werden kann. Es wird kein Bildungsabschluss vorausgesetzt. Das erworbene Grundwissen soll dazu befähigen, Inhalte der einzelnen Bereiche historisch, sprachlich und fachlich zuordnen zu können.

2009 wurde im Kunstraum dann in Kooperation mit der Frauenakademie Ulm ein „Frauenakademie“-Projekt ins Leben gerufen. 13 Teilnehmerinnen absolvierten das erste Jahr Orientierungsstufe und blieben dann noch zwei weitere Jahre als interessierte Lerngruppe zusammen.

2013 fand der Verein im Schloss eine neue Bleibe und seit Herbst 2018 finden die Seminare in den Räumen der Familie Meyer in der Kornhausgasse 11 statt. 2018 wechselte der Vereinsvorsitz von Dagmar Eger-Offel zu Luise Schneider. Das Programm wurde stetig erweitert, wie man dem Pressebericht entnehmen kann: Abends wird neben der Literatur ein „Philosophisches Nachtcafé“ angeboten, bei dem jeweils in der Mitte des Monats am Dienstagabend im Wechsel Dagmar Eger-Offel, Georg Häring, Gerhard Herrmann und Peter Riedel philosophische Themen vorstellen und diskutieren. Zweimal jährlich findet ein Politikseminar mit Lothar Heusohn aus Ulm statt. An den Donnerstagvormittagen sind neben Literatur mit Luise Schneider nun auch Kunstgeschichte mit Inge Gerlach-Grube und Geschichte mit Brigitte Blaschko im Angebot.

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