Klimaschutz: Moore spielen zentrale Rolle

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 Eine große Delegation um die Staatssekretäre Gisela Splett und Rene Baumann wagte sich auf die Exkursion durch die Moore.
Eine große Delegation um die Staatssekretäre Gisela Splett und Rene Baumann wagte sich auf die Exkursion durch die Moore. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Die beiden Bürgermeister Rainer Magenreuter aus Isny, und Roland Sauter aus Argenbühl konnten Besuch aus den Ministerien der Landesregierung, aus dem Regierungspräsidium Tübingen, dem Regionalverband Bodensee-Oberschwaben, aus dem Landeserhaltungsverband und den für den Naturschutz zuständigen Abteilungen der Landratsämter Ravensburg und Sigmaringen begrüßen. Eine gut 20-köpfige Delegation um Finanzstaatssekretärin Gisela Splett und Umweltstaatssekretär Rene Baumann besuchten Moorflächen im Naturschutzgebiet Bodenmöser innerhalb der Gemeindegebiete Isny und Argenbühl und das Pfrunger-Burgweiler Ried bei Ostrach und Wilhelmsdorf.

Magenreuter betonte bei seiner Begrüßung den Erholungswert der Moore für Gäste und Einheimische. Die Austrocknung der Hochmoore, auch vieler Wassergräben und Bäche und der Argen im vergangenen Jahr, sei für jeden wachen, naturverbundenen Menschen Alarmzeichen dafür gewesen, dass der Klimaschutz vorrangige Priorität haben müsse. Dazu könne die Renaturierung der Moore ein wichtiger Beitrag sein. Und er verwies auf die modellhaften Projekte „Moore mit Stern“ in den vergangenen Jahren, deren positives Ergebnis jetzt schon ganz offenkundig sei. Sauter sprach sogar von einer Schicksalsgemeinschaft in und durch die Moore zwischen Artenvielfalt, Biodiversität, Klimaschutz, Landwirtschaft und den Naherholungsräumen für den Menschen.

Staatssekretärin Gisela Splett erklärte in ihrer Rede die Absicht der Exkursion durch die Bodenmöser: Die Liegenschaftsverwaltung des Landes, angesiedelt im Finanzministerium, sei für rund 11 500 Hektar landeseigene naturschutzwichtige Flächen zuständig und habe im vergangenen Jahr 78 Hektar dazu erworben. Für 2019 seien noch größere Flächen Neuerwerb beabsichtigt: „Wir investieren dabei in das Naturerbe des Landes und sichern damit langfristig eine naturschutzkonforme Nutzung und Pflege dieser Flächen.“ Von den Naturschutzgebietsteilen (612 Hektar) und den Landschaftsschutzteilen (525 Hektar) der Bodenmöser befänden sich bereits 23 Prozent der Fläche im Eigentum des Landes. Die Offenlandbiotope im Naturschutzgebiet Bodenmöser seien über Vertragsnaturschutzmaßnamen gesichert und würden damit naturschutzfachlich angepasst bewirtschaftet und gepflegt.

Die Staatssekretärin fand Dankesworte an alle Akteure zum Schutz der Moore: Naturschutzverwaltung, Regierungspräsidium, Landschaftserhaltungsverband, Nabu Landesverband, sowie allen Kooperationspartnern bei den Naturschutzprojekten „Moore mit Stern“, bei denen rund 50 Hektar durch den Torfabbau vergangener Generationen entwässert und nun wieder mit Wasser gesättigt seien, also in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt sind.

Besucht wurden renaturierte Moorflächen am Riedbach, am Eisensberg und in Richtung Bodenmühle. Auf dem Spaziergang ging es vorbei an Niedermooren, Hochmooren, Übergangsmooren und Streuwiesen. Daniel Mansur, im Regierungspräsidium zuständig für die Moorlandschaften, erklärte jeweils an Ort und Stelle die konkreten Maßnahmen zur hydrologischen Verbesserung der durch den Torfabbau beschädigten Moore. In großem Stil mussten zum Beispiel die Fichtenbestände entnommen werden, weil sie standortfremd nur auf dem ausgetrockneten „Moor“ aufkommen konnten und bei Wiedervernässung sowieso absterben würden.

Der Lebensraum Moor ging für eine Unzahl seltener Tier und Pflanzenarten durch Jahrzehnte verloren und würde sich nach wenigen Jahren nun bereits sichtbar erholen. Staatssekretär Baumann ergänzte zur Biodiversität: „Moore spielen auch beim Klimaschutz eine zentrale Rolle. Sie binden in ihrem Torf etwa sechs Mal mehr Kohlenstoff wie entsprechend große Waldflächen. Werden Moore entwässert und damit zerstört, setzt dies große Mengen an Treibhausgasen frei.“ Dies müsse in Zeiten des Klimawandels zwingend notwendig verhindert werden.

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