Kinder begleiten Eltern zum Blutspenden

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 Leni und Edda Hertfelder bei ihrem Papa Achim (Mitte, v. l.), rechts DRK-Helfer Georg Mayer.
Leni und Edda Hertfelder bei ihrem Papa Achim (Mitte, v. l.), rechts DRK-Helfer Georg Mayer. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Am Blutspende-Tag in Isny vergangene Woche gab es drinnen keinerlei Stau, allenfalls draußen im Schneechaos. Wetterbedingt war es für Fußgänger mühsam, ins Kurhaus zu kommen, für den Radler gar unmöglich, und wer es mit dem Auto versuchte, fand wegen der aufgetürmten Schneemassen keine Parkmöglichkeit.

„Trotz allem kamen doch 176 spendewillige Personen zum Blutspendetag nach Isny und deswegen sind wir doppelt dankbar“, geben Wolfgang Dieing, der leitende Notarzt, und Renate Kreil, die Organisatorin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), ihre Zufriedenheit mit dem schmalen Ergebnis wieder. „Dass man sich freiwillig und uneigennützige auf die Straße wagt bei diesem Wetter, um einen Beitrag zu leisten für die Gemeinschaft, das muss man den erschienen, spendebereiten Personen besonders hoch anrechnen.“

Man müsse sich klar machen, dass Blut und Blutpräparate zur Versorgung von Patienten in den Krankenhäusern unabhängig vom Wetter und immer gleich dringend gebraucht werden, betont Kreil und will damit nochmals den Dank für die Bereitschaft der Gekommenen unterstreichen.

Leni und Edda haben ihren Papa Achim Hertfelder ins Kurhaus begleitet um zu sehen, wie die Entnahme von einem halben Liter Blut funktioniert. Sie können nun höchstpersönlich bezeugen, dass er beim Stupfen in die Vene der Ellenbeuge überhaupt nichts gespürt hat.

In ein paar Jahren die Erstspender

Er sei leider ein sehr unregelmäßiger Spender, räumt Achim Hertfelder ein, das müsse sich dringend ändern. Denn er habe kürzlich erlebt, dass sich ein Arbeitskollege einer Operation unterziehen musste und dass zum Erfolg der OP drei Blutkonserven notwendig gewesen seien. „Und ich bin gesund. Wenn ich einen kleinen Teil meines Blutes abgebe, fehlt mir nichts – und einem anderen rette ich vielleicht dadurch das Leben. Ein gutes Gefühl. Ich bin fest entschlossen, wieder regelmässig zu spenden“, beteuert Hertfelder.

Beim anschließenden Erbseneintopfessen holen sich Leni und Edda noch ein Weckle und einen Apfel dazu. „Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass Kinder ihre Eltern zum Blutspenden begleiten – ein paar Jahre später sind sie dann unsere willkommenen Erstspender“, kommentiert Wolfgang Dieing.

Zur Sicherheit von Spendern und Empfängern sei immer eine ausführliche Befragung nach Krankheiten und Einnahme von Medikamenten sowie eine körperliche Untersuchung und die Testung des Blutes notwendig und auch gesetzlich vorgeschrieben. Dabei können sich Gründe im Interesse des Spenders oder des Empfängers ergeben, die gegen eine Spende sprechen und eine vorübergehende Rückstellung oder den generellen Ausschluss von der Blutspende erfordern, erklärt Dieing weiter. Diesmal mussten von den Ärzten 18 Rückstellungen ausgesprochen werden.

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