„Keinen Luxus – aber das heute Notwendige, das brauchen wir“

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v.l. Bürgermeister Rainer Magenreuter, Claudia Mayer (Elternbeirätin), Wanda Teich (Rektorin), Alexander Sochor und Peter Manz.
v.l. Bürgermeister Rainer Magenreuter, Claudia Mayer (Elternbeirätin), Wanda Teich (Rektorin), Alexander Sochor und Peter Manz. (Foto: Walter Schmid)

Ein Kreis von CDU-Mitgliedern, Interessierten, Schulrektoren und Bürgermeister Rainer Magenreuter hat sich unlängst im Kurhaus zu Information und Diskussion über das geplante neue Schulzentrum getroffen. Peter Manz stellte mit einer Power-Point-Präsentation zunächst das noch bestehende, alte Isnyer Schulzentrum dar, „das seit 1951 über mehr als 50 Jahre zu einer heterogenen Struktur gewachsen ist – ohne übergeordnete Planung, von Erweiterung zu Erweiterung“. Er schilderte die Bauschäden, die ungünstigen Raumstrukturen für neue Unterrichtskonzepte, die fehlende Barrierefreiheit und mangelhafte Sanitäranlagen. Brandschutz, Heizungstechnik und eine Lüftungsanlage würden vollständig fehlen.

Manz stellte auch den Aufwand und die Kosten für den Fall einer Generalsanierung des alten Bestandes vor: Die Raumstruktur bliebe dieselbe – für heutige und künftige Lernformen völlig ungeeignet, betonte er Ein Zuschuss würde sich auf rund zwei Millionen Euro beschränken. Die vom Gesetzgeber geforderte Barrierefreiheit wäre nicht komplett realisierbar.

Bürgermeister Magenreuter ergänzte, dass auch die unabhängige Landes-Schulbaukommission die ganze Anlage auf Herz und Nieren geprüft habe und eindeutig zum Ergebnis „Abriss“ gekommen sei. Nur die Realschule solle stehen bleiben, in die nach einer Sanierung später die Grundschule und die Eduard-Schlegel-Schule einziehen sollen. Mit dem Architekturbüro Löhle und Neubauer habe die Stadt kompetente und im Schulhausbau erfahrene Fachleute gewonnen.

Manz zeigte deren Entwürfe für einen großen, lichtdurchfluteten Gebäudekomplex mit Innenhöfen und drei Etagen für je drei Klassenstufen, alles unter einem Dach – für die Verbundschule mit den jeweiligen Klassen- oder Inklusionsräumen, Sanitärbereichen, Lehrerzimmer, Garderobe und Freiraum für Begegnung und Kontakte.

In der Stadt gebe es nach wie vor Kritik und Unverständnis – vor allem aus Kostengründen – für einen Neubau, wurde aus dem Publikum im Kurhaus vorgebracht. Die Antwort des Bürgermeisters und auch Anderer: Nur wer die Fakten, die baulichen und die strukturellen, ignoriere, lehne den Neubau ab. Hilfreich und durchaus erwünscht sei sachliche Kritik auf Faktenbasis.

Eltern und Elternbeirat stünden voll hinter der „riesen Herausforderung“ eines Neubaus, merkte Elternbeirätin Claudia Mayer an. Und Konrektor Wolfgang Grimm wiederholte, was er in einem Leserbrief an die SZ zu verstehen gegeben hatte: „Wir brauchen keinen Luxus – aber das heute und für die Zukunft Notwendige, das brauchen wir: energetische Standards, Technik für das digitale Zeitalter und Barrierefreiheit. Anspruchsvolle pädagogische Konzepte und der Ganztagesbetrieb verlangen eine grundständig neue Lösung. Für unsere Jugend ist der einzige verfügbare Rohstoff die Bildung.“

Diskutiert wurde auch die Notwendigkeit einer Lüftungsanlage im Schulgebäude. Sowohl in energetischer Hinsicht, als auch zum Zweck gleichbleibender sauerstoffreicher, frischer Luftzufuhr, notwendig für die Konzentrationsfähigkeit der Schüler (und auch Lehrer), sei eine automatische Lüftungsanlage dem manuellen Lüften ganzjährig weit überlegen. Grimm wusste von wissenschaftlich eindeutigen Untersuchungen diesbezüglich zu berichten.

Vorläufige Berechnungen gehen von insgesamt rund 34 Millionen Euro Baukosten aus, einschließlich der Kosten für die Sanierung der verbleibenden Gebäude und allen Interimslösungen in Schulcontainern und im Siloah, die während der rund vierjährigen Abbruch- und Bauphase nötig sind. An Zuschüssen werden zen bis zwölf Millionen Euro erwartet. Bei einer Sanierung des bestehenden Gebäudekomplexes wäre der Kostenaufwand für den Schulträger Stadt Isny, wenn überhaupt, nur unwesentlich geringer.

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