Jugendliche wissen, dass sie ein knappes Gut sind

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 Am Stand von Früchte Jork interessieren sich junge Menschen über Ausbildungsmöglichkeiten für Großhandelskaufleute.
Am Stand von Früchte Jork interessieren sich junge Menschen über Ausbildungsmöglichkeiten für Großhandelskaufleute. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

46 kleine Messestände aus dem Dienstleistungsgewerbe, der Industrie und Verwaltung, dem Handel und Handwerk und immer mehr auch aus dem Pflegebereich füllen jedes Jahr Ende September das komplette Kurhaus in Isny. Angeboten werden Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Jahr für Jahr lassen sich die Standbetreiber mehr einfallen, um junge Leute anzulocken und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So auch bei der 13. Auflage der Isnyer Ausbildungsbörse.

Die jungen Besucher können dabei ins Gespräch mit Gleichaltrigen kommen, die bereits mitten in der Ausbildung oder im Studium stehen. Zusätzlich werden visuelle Einblicke in die Praxis ermöglicht und die individuellen Neigungen erkundet.

Peter Clement, selbst Ausbilder der Isnyer Ärzteschaft für den Beruf der Medizinischen Fachangestellten, eröffnete die Veranstaltung am Freitagnachmittag und lud die Jugendlichen dazu ein, tapfer und unerschrocken auf die Infostände zuzugehen, von deren Angebot sie sich angesprochen fühlen. Wichtig sei, sich vielseitig zu informieren und hinter mehrere „Türchen“ zu blicken. Die Aussteller präsentierten sich mit bunten Infoprospekten, suchten den Kontakt mit Auszubildenden oder Studierenden. Wenn es bei den Gesprächen dann konkreter wurde, stand in der Regel im Hintergrund Ausbildungspersonal für weitere Auskünfte bereit. Anne Eißleb, selbst kaufmännische Auszubildende bei Früchte Jork, war zum ersten Mal dabei und teilte ihre Erfahrungen am Messestand mit: Die Nachfrage an kaufmännischen Berufen überwiegt, stellte sie fest. Man sei direkt und oft im Gespräch mit den Jugendlichen und kann Einblicke geben in die eigenen Erfahrungen. Eine Berufsentscheidung muss bei jedem selbst reifen, meint Eißleb.

Direkt neben Früchte Jork präsentierte sich die Pflegeschule Wangen mit ihren Ausbildungsangeboten. „Wir brauchen ganz dringend Nachwuchs für einen schönen und sinnvollen Beruf“, war hier zu erfahren. Einen Stand weiter befand sich das aha-Jugendinfo-Zentrum aus Ravensburg. Tanja Beck informiert dort zum Thema Auslandsaufenthalte für junge Leute, etwa zur zeitlichen Überbrückung zwischen Schulende und Ausbildungs- oder Studienbeginn. Bernd Hierlemann von der AOK und Matthias Hellmann, leitender Referent für Kinder, Jugend und Familienarbeit in Isny, organisieren gemeinsam jedes Jahr die Ausbildungsbörse. Ihr aktueller Eindruck: Die jungen Leute suchen gezielt das Gespräch an einem Stand in ihrem Interessensgebiet. Und sie spüren auch, dass sie ein knappes und auch umworbenes „Gut“ sind und deshalb jedes Jahr selbstbewusster auftreten können.

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