Jeder Mensch kann ein Leben retten

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 Laien lernen in dem Kurs von Wolfgang Dieing (2. v. l.), wie sie Leben retten können.
Laien lernen in dem Kurs von Wolfgang Dieing (2. v. l.), wie sie Leben retten können. (Foto: Li.ke)
Schwäbische Zeitung

Ein weiterer Kurs über Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien findet am heutigen Montag, 8. Oktober, um 20 Uhr im Vortragssaal der Klinik Schwabenland, Waldburgallee 3-5, statt. Kursleiter ist Wolfgang Dieing, Leitender Notarzt aus Isny. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, der Kurs ist kostenlos.

Laut Ankündigung der Klinik Schwabenland startet in diesem Jahr zum ersten Mal um den 16. Oktober die erste „World Restart a Heart (WRAH)“-Initiative. Dies bedeute, dass weltweit Menschen zum Thema Laienreanimation geschult werden.

In der Klinik Schwabenland findet heute die 31. Veranstaltung zu diesem Thema statt. Inhalt und Zweck sei es, Menschen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand schnelle und wertvolle Hilfe geben zu können. Seit 2013 gibt es laut Mitteilung der Klinik auch die Aktion „Woche der Wiederbelebung“, auch hier finden Schulungen, Auffrischungskurse oder Informationsveranstaltungen zu diesem Thema statt. Auch der Aktionstag, der am 23. September in Isny vom DRK organisiert worden war, gehörte dazu (SZ berichtete).

Überlebensrate steigt an

Die Überlebensrate bei außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland zeige im Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg von vorher unter 20 auf 42 Prozent an.

Das Gehirn beginne bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoffversorgung abzusterben. Der Rettungsdienst benötige aber meist mehr als drei bis fünf Minuten, um vor Ort zu sein. Deshalb sei es so wichtig, sofort und unverzüglich mit einer Reanimation zu beginnen. Frühere Lehrmethoden der Mund-zu-Mund-Beatmung schreckten manche Helfer aber immer noch ab, rasch einzugreifen, unterstreichen die Klinik und Notarzt Dieing. Doch nach allen neuen Erkenntnissen sei die Herzdruckmassage das Wichtigste.

Viele Ersthelfer wüssten aber nicht, wie eine Herz-Druckmassage funktioniert und dass damit dem Betroffenen oft das Leben gerettet werden kann beziehungsweise die Überlebenschancen steigen. Das soll der Abendkurs ändern.

Notruf – und kräftig Drücken

Nach dem Motto „Prüfen – Rufen – Drücken könne man sich den Ablauf gut merken, heißt es in der Ankündigung weiter. Sei der Betroffene nicht mehr ansprechbar und atme nicht mehr normal, müsse der Notfall umgehend über die Telefonnummer 112 gemeldet werden, die Symptome seien kurz zu beschreiben. In der Regel werde der Anrufer schon durch einen Disponenten der Notrufzentrale zur weiteren Hilfeleistung angeleitet.

Dann erfolge das Drücken in der Mitte des Brustkorbes. Dies erfordere vollen Krafteinsatz, denn bei der Herzdruckmassage sollte in einem Rhythmus von 100 bis 200 mal pro Minute gedrückt werden – solange, bis der Notarzt eintreffe. Die Drucktiefe sollte mindestens fünf bis sechs Zentimeter sein.

Wie in solchen Situationen richtig zu handeln ist, wird im Kurs von Wolfgang Dieing erklärt und gezeigt. Eine ergänzende Maßnahme der Reanimation ist der Einsatz eines Defibrillators, dessen Anwendung ebenfalls gezeigt und erklärt wird.

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