Jahresthema: Die Bienen und ihr Sterben

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Themenschwerpunkt des Frühlingsmarkts 2018 sind die Bienen, ihr Nutzen und die Bedrohungen, denen sie – und damit auch der Mens
Themenschwerpunkt des Frühlingsmarkts 2018 sind die Bienen, ihr Nutzen und die Bedrohungen, denen sie – und damit auch der Mensch – ausgesetzt sind. Kinder können ihnen auf dem Markt helfen und Insektenhotels basteln. (Foto: Isny Marketing/Rau)

Der Frühlingsmarkt am kommenden Samstag, 14. April, ist der erste der Themenmärkte im Jahreskreis, mit denen Marktmeister Markus Fischer und Katrin Mechler von der Isny Marketing GmbH (IMG) seit fünf Jahren der ab dem Mittelalter währenden Isnyer Markttradition ein neues, zeitgemäßes und nachhaltiges Konzept verschafft haben. „Es geht um Pflanzen, Frühling, Informationen von den Erzeugern, indem wir den produzierenden Gärtnereien unserer Region ein Forum bieten“, umreißt Fischer die Zusammenstellung der Angebote.

Seit 15 Jahren kümmert sich der freiberufliche Planer, unter anderem mit dem Hintergrund einer landwirtschaftlichen Lehre, Erfahrungen in der Verarbeitung und Vermarktung von Milch, auch von Schafen, und einem Studium der Landschaftsarchitektur um „Sondermärkte“, wie er sie nennt. Die seien „anfangs ein großer Hype“ gewesen. Für Isny suchten Mechler und er dann einerseits „Schnittstellen mit dem Marketing“, andererseits sollten unter den Stichworten Landwirtschaft, Ökologie und Regionalmarkt „grüne Themen“ nachhaltig verankert werden, basierend auch auf dem „Allgäu-Tag“-Konzept. „Wir wollten die Produzierenden mit ins Boot holen, bekamen immer mehr Anfragen, fix haben wir jetzt fünf bis sechs Gärtnereien beim Frühlingsmarkt. Wir hätten nicht gedacht, dass unsere Idee so gut verfängt“, erinnert sich Fischer. Am 14. April dabei sind Gärtnereien aus Isny, Gestratz, Weipoldshofen, Stiefenhofen, die ihre Produkte natürlich zum Kauf anbieten, aber auch über ihre Arbeitsweise informieren oder an ihren Ständen Mitmach-Aktionen anbieten.

Zu diesem Kreis zählt auch Klaus Vochezer aus Christazhofen. Er hält am Samstag um 11 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses den ersten Vortrag des Frühlingsmarktes über „Solidarische Landwirtschft im Allgäu“. Hinter dem Thema verbirgt sich ein bundesweites Netzwerk, das landwirtschaftliche Erzeuger von Lebensmitteln, also auch Gärtnereien, mit den Konsumenten zusammenbringt. Die können bei den Produzenten vorbestellen und saisonal einkaufen unter dem Prinzip der Nachhaltigkeit: „Es gibt, was gerade wächst“. Den zweiten Vortrag im Rathaus hält Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl aus Rohrdorf um 13 Uhr über „Frühling, Folklore und Symbolik“ (Eintritt: sieben Euro).

Dritter Akteur im Sitzungssaal ist Gerti Epple aus Weitnau mit dem „Allgäuer Kräuterland e.V.“, die um 15 Uhr „Die Heilkraft des Löwenzahns – Wurzelkraft und Fliegen“ aufs Tableau bringt. Der Verein ist Partner bei jedem Isnyer Themenmarkt, beim Allgäu-Tag im August etwa mit dem Kräuterboschen-Binden.

Der Frühlingsmarkt solle aber „nicht nur ein nettes Märktle sein“, sondern dem Publikum „als zweiter Strang Informationen vermitteln, die unserer Meinung nach Not tun“, erklärt Fischer weiter. In der Gotischen Halle im Rathaus laufen deshalb während der gesamten Marktzeit von 9 bis 16 Uhr Filme, die das Leitthema aller Isnyer Sondermärkte 2018 aufgreifen: die Bienen und das Bienensterben.

Eine Produktion, beauftragt vom BUND, trägt den Titel „Ein Frühstück aus dem Nichts?“ und erzählt „die traurige Geschichte von Herrn B. und seinem verschwundenen Frühstück“, wenn es keine Bienen mehr gibt. Ein animiert-gezeichneter Fünf-Minuten-Clip der Produktionsfirma „Explain it“ erklärt die Ursachen des Bienensterbens. Und vom Bayerischen Rundfunk hat Fischer eine aktuelle, 28-minütige Produktion von 2017 aus der Reihe „Unkraut“ organisiert, die die Dramatik des weltweiten Bienensterbens und die Folgen für Menschen und Umwelt thematisiert.

In diesen Kontext eingebunden ist auch der Isnyer Imkerverein mit seinem Stand, das Angebot für Kinder, Insektenhotels zu bauen, und weiter vorausschauend zudem Fischers und Mechlers Plan, öffentliche Flächen in der Stadt dieses Jahr als Bienenweiden zu bepflanzen – ähnlich den Flachsblumen im „blauen Jahr“ 2017. „Uns geht es mit den Themenmärkten um Aufmerksamkeit und Bewusstseinsbildung bei den Bürgern übers Jahr – nach dem Prinzip Nudelsieb“, sagt Fischer: „Man muss immer was reinschütten, irgendwann bleibt was hängen“.

Ein „nettes Märktle“ soll am Samstag trotzdem in die Altstadt locken, denn selbstverständlich gibt es neben den gewerblichen Gärtnereien oder Deko-Anbietern den Pflanzenflohmarkt für Privatleute in der Espantorstraße wieder, kulinarische Angebote wie Frühlingssuppe oder Frühlingsrolle, das Kinder- und Mitmachprogramm und Musik mit „The Combo“.

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