Isnyer Schlossweihnacht startet

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 Karin Konrad (l.) und Katrin Mechler sorgen seit zehn Jahren erfolgreich für die Balance zwischen Kommerz und Kultur bei der Is
Karin Konrad (l.) und Katrin Mechler sorgen seit zehn Jahren erfolgreich für die Balance zwischen Kommerz und Kultur bei der Isnyer Schlossweihnacht. (Foto: Tobias Schumacher)

Vor zehn Jahren zog der Isnyer Weihnachtsmarkt aus der Wassertorstraße um – seither ist er die „Schlossweihnacht“. Sie öffnet am heutigen Mittwoch, 5. Dezember, ab 16 Uhr wieder ihre Pforten. Katrin Mechler vom Stadtmarketing und Karin Konrad vom Büro für Kultur organisieren mit ihren Teams die weit über die Stadt hinaus beliebte Veranstaltung. Im Gespräch mit Tobias Schumacher rekapitulieren sie zum zehnjährigen Bestehen das Erfolgsrezept im Innenhof des Isnyer Schlosses.

Zehn Jahre Schlossweihnacht – was ist das Erfolgsrezept?

Katrin Mechler: Die Atmosphäre ist eine ganz besondere. Das Schloss und die darauf abgestimmte Dekoration, der geschützte Innenhof und die einheitlichen Hütten, bei denen wir auf Dekoration in den traditionellen Farben Grün, Rot und Gold achten – dieses Zusammenspiel ergibt eine heimelige Atmosphäre, die die Besucher schätzen. Und nicht zuletzt ist es die gute Mischung beim Marktgeschehen und im Programm.

Karin Konrad: Das Konzept ist ganz aufs Schloss abgestimmt, die Atmosphäre lebt vom Schloss. Es ist ein ästhetischer Ort und der ideale Raum für unser hochwertiges Programm, das die Freilichtbühne, das Schloss und die Kirchen einbezieht. Für dieses Zusammenspiel von Markt und Kultur kommen die Leute von weit her. Nicht zu vergessen: Das tägliche Engelefliegen dürfte einen erheblichen Anteil an der Anziehungskraft haben.

Weihnachtsmärkte gibt es viele. Was macht den in Isny unverwechselbar?

Mechler: Das Miteinander von und die Balance von Kultur und Marktangebot: Wir achten auf hochwertiges Kunsthandwerk aus der Region. Wichtig ist die Berücksichtigung von sozialen Einrichtungen und Organisationen, bei denen wir auch durchwechseln. Diesmal haben sie fünf Stände. Außerdem achten wir darauf, dass bei unseren 35 Ständen das Verhältnis von Essensständen und Produktanbietern ausgewogen ist. Nicht zuletzt deshalb haben wir inzwischen auch viele Anfragen von Busreisegruppen. Die Schlossweihnacht ist mehr als ein Weihnachtsmarkt, auf dem man Glühwein trinkt. Sie ist der Weihnachtsmarkt für die Isnyer, aber auch für Gäste.

Die Isnyer engagieren sich nach wie vor mächtig fürs Programm...

Mechler: Das ist natürlich ein Glücksfall. Uns ist sehr daran gelegen, dass möglichst viele mitmachen: Kindergärten, deren Kinder die Christbäume selber schmücken, Schulen und weitere Gruppen. Eine breite Beteiligung tut der Stimmung gut.

Konrad: Die Schlossweihnacht lebt von der Beteiligung der Kapellen, Chöre, Kindergärten und Musikern aus der Region, sie wird zu einem Großteil von Isnyern gestaltet. Sie lebt von den Darbietungen auf der Bühne, aber auch im Schloss, im Refektorium, in den Kirchen. Das Engagement der Beteiligten honorieren wir aber auch! Singende Kinder bekommen eine süße Spende von den Isnyer Bäckern, für Erwachsene gibt es Gutscheine, jeder kriegt was.

Wie wird das Zehnjährige gefeiert?

Mechler: Da muss ich als erstes das „Christbaumloba“ nennen. Den Brauch kennt in Isny nahezu jeder, wir führen ihn nun im Jubiläumsjahr auf der Schlossweihnacht ein. Am großen Christbaum darf zu festgesetzten Uhrzeiten der Baum mittels Lied oder Gedicht „gelobt“ werden – und die Lobenden werden natürlich belohnt. Dass die Partnerstädte dabei mitmachen, freut uns sehr.

Konrad: Ein Jubiläumshöhepunkt ist sicher das Konzert „Schneeflockennacht“ mit den Vivid Curls, Martina Noichl und Hedwig Roth am Samstag in der St.-Georgs-Kirche. Erstmals haben wir die Isnyer Stubenmusik für eine Weihnachtsstunde gewonnen. Am Sonntag liest Tosca Maria Kühn im Rahmen des Museumsprojekts „Panorama-Partner“ aus ihrem Weihnachtsbuch. Und am Donnerstag gibt Friedrich Hechelmann eine Signierstunde.

Zehn Jahre Schlossweihnacht, was hat sich verändert, was hat sich wie entwickelt?

Konrad: Das Ambiente im Schlosshof, der geschützte Raum, die idealen Möglichkeiten für das Kulturprogramm – das macht den Zauber der Schlossweihnacht aus. Das Zusammenspiel von Markt und Kultur, das so eng und verzahnt ist, wäre in der Wassertorstraße so nie möglich gewesen. Abends können wir den Hof abschließen, die Hütten sind sicher, das ist ein unschätzbarer Vorteil. Das Engelefliegen ist hier noch schöner als in der Wassertorstraße, weil die Umgebung noch romantischer und anheimelnder ist und weil das Engele länger schweben kann.

Mechler: Unsere Teams und das Team vom Baubetriebshof sind im Laufe der Jahre eng zusammengewachsen. Uns eint heute die Freude an der Schlossweihnacht. Das Organisieren einer so komplexen, mehrtägigen Veranstaltung ist nicht einfach, aber wir arbeiten alle Hand in Hand. Inzwischen sind viele Abläufe so eingespielt, dass auch wir die Schlossweihnacht genießen können. Das Wichtigste ist aber, dass die Besucher sie genießen und das spüren wir immer wieder. Dass wir nicht nur viele Besucher aus der Region haben, sondern bei Busreiseveranstaltern gelistet sind, ist ein Zeichen für den Bekanntheitsgrad der Schlossweihnacht.

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