Isnyer reisen im Januar nach Finnland

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 Die Landschaft im Naturpark um Sotkamo.
Die Landschaft im Naturpark um Sotkamo. (Foto: Horst Born)
Schwäbische Zeitung

Seit 1997 ist Isny im Allgäu mit Sotkamo in der finnischen Provinz Oulu in einer offiziellen Städtepartnerschaft verbunden. Die letzte offizielle Begegnung liegt indes schon lange zurück, sie fand 2012 in Isny statt. Im Januar 2020 soll nun erstmals wieder eine Reisegruppe aus Isny nach Finnland fliegen. Für Interessierte gibt es am Donnerstag, 12. September, einen Infoabend, zu dem alle eingeladen sind, die an der Finnlandreise teilnehmen möchten, kündigt die Stadtverwaltung an.

2140 Kilometer Luftlinie liegen demnach zwischen Isny (14 000 Einwohner) und Sotkamo (10 500 Einwohner). Die beiden Städte verbindet laut Pressemitteilung, dass sie beide stark touristisch geprägt sind und der Wintersport einen hohen Stellenwert hat.

Wasser und Hügel würden sie auch verbinden – nur dass in Sotkamo die Seen deutlich größer, die Hügel dafür niedriger sind. Die Fläche sei jedoch umso größer: Sotkamo hat gut 300 Quadratkilometer Gemeindefläche, Isny nur 85. Wirtschaftlich unterscheidet der Bergbau – es wird Nickel gefördert – Sotkamo von Isny.

Entstanden ist die Verbindung einst durch die Partnerschaft des Landes Baden-Württemberg mit der Provinz Oulu. Wirtschaftsförderung und Bildungsaustausch hätten im Vordergrund gestanden, heißt es weiter. Bildungsaustausch sei auch ein Motor zwischen Isny und Sotkamo gewesen, die NTA habe daran mitgewirkt. Und junge Wintersportler aus Finnland trainierten an den Isnyer Schanzen. Leider wurde es laut der Isnyer Stadtverwaltung nach 2012 sehr ruhig um die Partnerschaft.

In Isny sei ein Grund dafür die riesige Entfernung gewesen, die Besuche aufwendiger und teurer machen als in die anderen europäischen Partnerstädte. Der Wunsch nach einer Wiederbelebung der Partnerschaft sei jedoch immer geblieben.

Grund: Seit vielen Jahren genießen die Isnyer auf dem Weihnachtsmarkt finnischen Lachs, stilecht im Lappenzelt am offenen Feuer geräuchert. Petri Heikinnen liefert zuverlässig alljährlich diese Spezialität. So hat er dazu beigetragen, dass die finnische Partnerstadt nicht in Vergessenheit geraten ist. Dank dessen Verbindung zu einem Reiseveranstalter aus Weimar ist im Januar 2020 eine Reise nach Sotkamo wieder möglich, heißt es aus dem Isnyer Rathaus. Dort sei parallel seit vorigem Herbst wieder intensiv der Kontakt nach Sotkamo gesucht worden. Mittlerweile habe Bürgermeister Mika Kilpeläinen bestätigt, dass seine Stadt an einer Fortsetzung der Partnerstadt interessiert ist und dass er sich eine Zusammenarbeit insbesondere bei den Themen Bildung und Tourismus vorstellen könne.

2847 Autokilometer sind es nach Sotkamo, der Routenplaner spricht von 32 Stunden Fahrt. Ein Wohnmobilist mit viel Zeit mag das laut Mitteilung vielleicht auf sich nehmen, für eine Partnerschaftsbegegnung sei es indiskutabel. Also bleibe nur das Flugzeug, auch wenn das nicht so recht zu den Klimaschutzbestrebungen der Isnyer passe. „Wir haben deshalb den Reiseveranstalter gebeten, einen Klimaausgleich über „atmosfair“ mit anzubieten“, erklärt Bürgermeister Rainer Magenreuter, dem an einer Fortsetzung der Verbindung nach Finnland ebenfalls sehr gelegen sei.

Vom 23. bis 28. Januar ist die Reise geplant. Auch Isnyer dürfen mitfliegen, die bisher nichts mit der Partnerschaft zu tun hatten. Dass die geplante Reise einen Direktflug von Friedrichshafen nach Kajaani beinhaltet und kein Umsteigen in Helsinki notwendig ist, macht sie laut Stadt attraktiv. Das vorgesehene Programm mit Schneeschuhwandern, Langlaufausflug, Schlittenhundefahrt und Motorschlittenausfahrt verspreche tolle Wintererlebnisse für alle Beteiligten. Für die im Partnerschaftsausschuss Engagierten ist im Rathaus von Sotkamo ein offizieller Empfang geplant.

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