Isnyer Post macht am Montag dicht

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 Ab kommenden Montagmittag bleiben die Türen der Isnyer Post endgültig geschlossen.
Ab kommenden Montagmittag bleiben die Türen der Isnyer Post endgültig geschlossen. (Foto: Tobias Schumacher)

Gerüchte waren schon seit Anfang des Jahres zu vernehmen gewesen. Und regelmäßige Kunden von Postbank oder Deutscher Post dürften schon etwas länger über den genauen Termin Bescheid gewusst haben, weil Aushänge vor Ort darüber informierten. Für andere – etwa Bürgermeister Rainer Magenreuter, oder jene, die das Gebäude nicht regelmäßig aufsuchen – war allerdings dann doch überraschend, als am gestrigen Freitag die Nachricht endgültig die Runde in der Stadt machte: Die Postbank schließt am kommenden Montag, 15. Oktober, um 12 Uhr mittags ihre hiesige Filiale – „High Noon“ in der Notre-Dame-de-Gravenchon-Straße sozusagen.

Kunden der Post können – oder müssen – künftig im „unteren“ Rewe-Markt am Schwanenweg 12 oder im Kaufmarkt im Gewerbegebiet am Bühlberg vorstellig werden. Ob dort auch künftig alle Dienstleistungen angeboten werden, war am gestrigen Nachmittag bei der Post-Pressestelle in Stuttgart kurz vor dem Wochenende nicht mehr zu erfahren. Nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ nimmt der Kaufmarkt-Schalter beispielsweise kein Sperrgut an, das per Post verschickt werden soll. Bisher wurde dort an die Schalter in der Altstadt verwiesen.

Ein Pressesprecher sicherte zu, sich kommende Woche kundig zu machen – auch zu anderen offenen Fragen rund um den nun gewesenen Postfilialen-Standort Isny.

Etwa, was mit der Immobilie passiert, die dem Vernehmen nach zum Verkauf stehen soll. Dabei handelt es sich immerhin um ein „Filetgrundstück“ in der Altstadt, das unter anderem im rückwärtiggen Bereich Potenzial böte, wo aktuell die Garagen der Postfahrzeuge stehen.

Klarheit herrscht seit dem späten Freitagnachmittag dagegen darüber, was in einem Kundengespräch in der Schalterhalle wenige Stunden zuvor noch beratungsintensiv von den Postmitarbeitern erklärt werden musste: die Postfächer. Diese ziehen in den „unteren“ Rewe um und stehen dort ab Donnerstag, 18. Oktober zur Verfügung. Bis 17. Oktober werden die alten noch bestückt. Postfachinhaber behalten ihre bisherige Nummer, so hieß es gestern Abend, müssen aber ihre Schlüssel umtauschen.

Die Konstellation von Post und Postbank in Isny war in der Vergangenheit ein wenig vertrackt: Mieter der Schalterräume in der Notre-Dame-de-Gravenchon-Straße war die Postbank. Die Mitarbeiter gehörten allerdings zur Deutschen Post. „In Isny arbeitet kein Mitarbeiter der Postbank“, präzisierte Iris Laduch-Reichelt von der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Postbank in Bonn gestern Nachmittag gegenüber der SZ-Redaktion.

Wichtig war ihr zu betonen: „Es wird niemand entlassen.“ Die in Isny Beschäftigten gingen „zurück zur Post“, wo sie sich für eine „Weiterbeschäftigung“ innerhalb des Konzerns entscheiden könnten und dann „in anderen Filialen“ eingesetzt würden. Gegenüber der SZ durften sich die Mitarbeiter nicht äußern.

Bürgermeister Magenreuter erfuhr erst auf entsprechende Anfrage der SZ vom montäglichen Schließungstermin. Das letzte Mal habe er „vor der Sommerpause persönlich offiziell von der Post“ mitgeteilt bekommen, „dass sie umziehen muss und in den unteren Rewe einzieht“. Ein konkreter Termin sei seither nicht mehr mit ihm kommuniziert worden, und die Post habe signalisiert, dass sie sich um die entsprechende „Öffentlichkeitsarbeit“ selbst kümmert.

Geschehen ist seitens der Deutschen Post aber bislang nichts dergleichen. Dafür verwies Postbank-Sprecherin Iris Laduch-Reichelt auf eine Pressemitteilung des Geldhauses vom 24. August (Wortlaut siehe Kasten links). Diese hat die Redaktionen der Leutkircher Ausgabe der „Schwäbischen Zeitung“ allerdings nie erreicht.

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