„Isny ist und bleibt mein Sehnsuchtsort“

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 Bürgermeister Rainer Magenreuter (stehend) mit den über 90-jährigen Isnyer Mitbürgern, die sich für „unsere Schwäbische Zeitung
Bürgermeister Rainer Magenreuter (stehend) mit den über 90-jährigen Isnyer Mitbürgern, die sich für „unsere Schwäbische Zeitung gerne abfotografieren“ lassen wollten. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Wenn in den vergangenen Jahren nur knapp 200 Besucher zum Seniorennachmittag der Stadt ins Kurhaus kamen, so waren es diesmal weit über 200. Die Mitglieder des Stadtseniorenrats, Christine Mulach, Gerry Lemmers und Brigitte Kisters, erklärten das zum einen mit dem demografischen Wandel der Gesellschaft. Sie fügten aber hinzu, dass es genauso das bunte, abwechslungsreiche Programm sein könne, das Manfred Schlitter von der Stadtverwaltung jedes Jahr zusammenstellt.

Das auf den Tischen ausgelegte Programm 2019 zählte auf: musikalische Unterhaltung mit Alban Kirchleitner und Roland Katschke, Grußworte des Bürgermeisters und von Christine Mulach in Vertretung der Stadtseniorenratsvorsitzenden Renate Metzler, Line-Dance-Gruppe, Tischharfen-Vorspiel, Gedichtvorträge von Waltraud Prinz, Hannelore Sieling und Gisela Augsten. Und dazu Kaffee und ein Stück Kuchen auf Kosten der Stadt.

Bürgermeister Rainer Magenreuter zählte nach herzlichen Willkommensgrüßen die zahlreichen großen Baustellen in der Stadt auf: Marktplatz, Hallgebäude, Schulzentrum. Bei allen damit verbundenen Beschwernissen für die Bevölkerung sei ja auch ein Ende und vor allem ein gutes Ergebnis absehbar.

Zweiter Punkt – 2019, ein wichtiges Wahljahr: Während ihm die Europawahl Sorgen mache, „weil in einigen Ländern nationalistische Bestrebungen und eher populistische agierende Politiker auf dem Vormarsch sind“, bereite ihm die Kommunalwahl weniger Kopfzerbrechen. Die Fraktionen im Gemeinderat seien schon tüchtig auf Kandidatensuche. Der Bürgermeister lud dazu ein, die zahlreichen Angebote, die Isny allen Altersgruppen bietet, zu besuchen und sich mit Ideen und Wünschen aktiv zu beteiligen.

Dann begrüßte er genau neun über 90-jährige, anwesende Mitbürger und überreichte jeder und jedem ein kleines Geschenk: Berta Bucher (97), Dorothee Eichele (96), Vefi Krapf (94), Luise Christ (93), Paul Haas (93), Cäcilia Neidhart (92), Christine Lorenz (91), Walter Bühler (90) und Alban Sutter (90).

Christine Mulach hatte viel aufzuzählen, weshalb man sich trotz hohem Alter in Isny wohlfühle: „Wir dürfen 365 Tage hier leben, wo andere nur zwei Wochen ihren Urlaub verbringen.“ Auch sei festzustellen, dass die Sitz- und Ruhebänke in der Stadt immer mehr werden, um zwischendurch genüsslich ausruhen zu können. Mulach fand auch herzliche Dankesworte an Hannelore Sieling für deren großes und verantwortungsvolles Engagement in leitender Funktion im VDK und in ihrer Funktion als Behindertenbeauftragte der Stadt.

Dann lud Mulach alle Senioren zu einem Fotowettbewerb des Stadtseniorenrates ein: „Machen Sie bitte nette, digitale Fotos von Dingen in der Stadt, die ihnen gefallen oder auch nicht gefallen – und auch gerne Persönliches, das ihnen besondere Freude macht.“ Man wolle die Bilder dann im Internet einstellen und im nächsten Jahr beim Seniorennachmittag eine Bildershow anbieten.

Auch lud sie herzlich zu den Sprechstunden des Stadtseniorenrates ein. In der Regel an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat warten Brigitte Kisters und Gerry Lemmers ab 9.30 Uhr vor dem Rathaus auf Besuch der Senioren mit deren Fragen und Wünschen. Wenn ein längeres Gespräch anstehe oder das Wetter schlecht sei, finde man ein warmes Plätzchen zum Sitzen im Rathaus. In diesem Zusammenhang informierte Mulach nochmals, dass sich im Rathaus ein Aufzug befinde und neuerdings auf jeder Etage eine alters- und behindertengerechte Toilette sei.

Leider müsse sie heute Brigitte Kisters verabschieden, die nach sieben Jahren Isny zurück zu ihren Wurzeln ins Münsterland ziehe, zu Familie und Verwandtschaft. Ihr wurde herzlich gedankt mit Blumen für ihr treues Engagement im Stadtseniorenrat. Kisters verabschiedete sich dankbar für ihre Zeit in Isny: „Der Lebenskreis schließt sich mit meiner Rückkehr. Ich habe das Allgäu mit vollen Zügen genossen. Isny ist und bleibt aber trotzdem mein Sehnsuchtsort.“

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