Isny hält weiter seine Bodenschätze zurück

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 Der Gemeinderat stimmte gegen die Ausweisung einer Kiesabbaufläche.
Der Gemeinderat stimmte gegen die Ausweisung einer Kiesabbaufläche. (Foto: dpa)
Jeanette Löschberger

Mit neun zu acht Stimmen haben die Isnyer Gemeinderäte einen Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, dass die Stadt bis Ende September eine Stellungnahme abgibt zur Fortschreibung des Regionalplanes durch den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Konkret zur Ausweisung oder Bevorratung von Flächen auf Isnyer Flur, auf denen ein Abbau von Kies – amtlich „oberflächennahe Rohstoffe“ – betrieben werden kann.

Hintergrund ist ein städtisches Grundstück bei Ellmeney oberhalb von Rimpach, unter dem sich Kies befindet. Die Stadtverwaltung hatte bereits 2016 angeregt, dort einen Abbau rechtlich zu ermöglichen. Der Regionalverband entsprach diesem Ansinnen nicht. Die Gemeinderäte lehnten nun am Montag ab, dass ein neuer Anlauf genommen wird.

Aus dem Entwurf des Anschreibens, das Hans-Peter Hummel an den Regionalverband formuliert hatte, geht hervor, dass in den zurückliegenden 25 Jahren im Raum Isny und Umgebung verschiedene Kiesgruben geschlossen wurden. Der Bedarf werde derzeit überwiegend aus dem Raum Leutkirch-Haid und Bad Wurzach abgedeckt. Aus ökonomischer und ökologischer Sicht wäre es vorteilhaft, wenn die Anfahrtswege so kurz wie möglich gehalten werden könnten, argumentierte die Stadt.

Auf andere Baustoffe verlegen

Otto Ziegler (SPD) gab mit Blick auf die Isnyer Neubaugebiete genau diesen Aspekt zu bedenken. Wolfgang Dieing (Freie Wähler) widersprach dem. „Wir sollten hier weiter denken und nicht unsere letzten Restkiesflächen angehen“.

Kies und Sand seien endlich, „lieber sollten wir uns auf andere Baustoffe, wie beispielsweise Holz verlegen, die Ressourcen sind knapp“, die Landschaft müsse geschützt werden, argumentiert Dieing.

Auch Wolf-Dieter Massoth (SPD) sah den Landschaftsschutz an erster Stelle. Die folgende Abstimmung verlief daher denkbar knapp.

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