Isny als Kompetenzzentrum des Campings

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 Freuen sich über die Beliebtheit des Wohnmobilstellplatzes an der „Unteren Mühle“ in Isny: Sarah Wagegg, Rosi Laur, Marcus Heng
Freuen sich über die Beliebtheit des Wohnmobilstellplatzes an der „Unteren Mühle“ in Isny: Sarah Wagegg, Rosi Laur, Marcus Hengge, Bianca Keybach und Anita Lorenscheit (von links) an der neu installierten Versorgungsstation. (Foto: Tanja Kulmus)
Tanja Kulmus

Die Isnyer Tourismusstatistik 2018 ist diesmal unter freiem Himmel im Rahmen der Einweihung einer neuen Ver- und Entsorgungsstation am Wohnmobilstellplatz „Untere Mühle“ präsentiert worden. Nicht ohne Grund eine Doppelveranstaltung mit Bianca Keybach, der Geschäftsführerin der Isny Marketing GmbH, und Anita Lorenscheit, der Marketingleiterin der Firma Dethleffs. Sie freuen sich über einen Zuwachs von zwölf Prozent auf 5838 Übernachtungen allein auf dem Wohnmobilstellplatz im vergangenen Jahr, was die Beliebtheit des Platzes unterstreiche. Durchschnittlich zwei Tage sind die Reisenden auf einem der 16 Stellplätze.

4,2 Prozent mehr Gäste

Insgesamt verzeichnete die Stadt 4,2 Prozent mehr Gäste im Vergleich zu 2017. Auf diese Steigerung könne Isny stolz sein, meinte Keybach. Und berücksichtige sie unter den insgesamt mehr als 550 000 Übernachtungen 2018 nur die „freiwilligen“ (also ohne Geschäftsreisen oder Klinikaufenthalte), so entfalle jede dritte Übernachtung auf den Wohnmobilstellplatz. Laut der Erhebung verbringen 23 Prozent der Touristen ihren Urlaub in Hotels oder Ferienwohnungen, acht Prozent sind Camper. Insgesamt verweilen die Gäste im Schnitt 7,3 Tage in Isny.

„Der Campingboom ist noch nicht vorbei“, bestätigte Lorenscheit die weiterhin steigende Nachfrage nach Reisemobilen. Der von Frühjahr bis Herbst sehr gut besuchte Isnyer Wohnmobilstellplatz und die starke Verwurzelung des Campings mit der Stadt überhaupt möchte Keybach als ein nächstes Marketinginstrument für Isny als Tourismusziel nutzen. „Es gibt viele schöne Plätze für Camper im Allgäu, aber keinen, der als der Camping-Ort des Allgäus bekannt ist – das möchten wir zukünftig sein“, betonte Keybach.

Nicht nur Gäste der Campingplatzes am Waldbad und Beuren, auch die sich auf der Durchreise befindenden Camper seien gerne hier. Der Wohnmobilstellplatz an der „Unteren Mühle“ werde wegen seiner Altstadtnähe und der idyllischen Lage an der Ach geschätzt. „Unsere Schwäne, die über den Platz zum Bach watscheln, sind wohl die meist fotografiertesten“, meinte Rosi Laur, die Verwalterin und Ansprechpartnerin des Stellplatzes lachend.

Dort erhalten Besitzer eines Dethleffs-Fahrzeuges auf ihre Übernachtung einen Rabatt. Vor dem Platz weht eine Dethleffs-Fahne – da blieben Fragen der Anreisenden nicht aus. Der Zusammenhang sei schnell erklärt, gilt Isny doch gilt als Wiege des Caravanings: Hier erfand Arist Dethleffs 1931 das erste Wohnauto und legte den Grundstein für den Reisemobiltourismus. „Was viele nicht wissen, ist, dass die Stadt damit einzigartig in ganz Deutschland ist“, erklärte Lorenscheit, „das darf man sich als Stadt schon auf die Fahne schreiben“. Bei Dethleffs, Europas größtem Reisemobilhersteller, ist das „Kompetenzzentrum für Caravaning“ der Erwin-Hymer-Group direkt vor Ort angesiedelt. Keybach und Lorenscheit beschreiben die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Hersteller als „äußerst unkompliziert“ und „effektiv“: „Wir arbeiten in enger Kooperation miteinander, bilden Schnittstellen und nutzen die Synergien“, erläuterte Keybach.

So freue sich die Stadt sehr über die großzügige Unterstützung des Unternehmens bei der Installation der neuen Ver- und Entsorgungsstation. „Vorher waren Trink- und Abwasser in einer Station. Das war unhygienisch und wurde von manchen Wohnmobilisten nicht ordnungsgemäß genutzt“, erklärte Laur. „Mit neuester Technik können wir unseren Camping-Gästen einen besseren und saubereren Service anbieten“, erklärte Keybach.

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