In Isny fehlen rund 120 Kindergartenplätze

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 Beim kirchlichen Kindergarten St. Georg soll angebaut werden.
Beim kirchlichen Kindergarten St. Georg soll angebaut werden. (Foto: Jeanette Löschberger)
Jeanette Löschberger

Die Geburtenkurve zeigt in Isny wieder nach oben. Das sagte Bürgermeister Rainer Magenreuter zu Beginn des Tagesordnungspunkts Kindergartenbedarfsplanung in der jüngsten Gemeinderatssitzung. 135  Geburten verzeichnete Isny im vergangenen Jahr. Und zum Stand 1. Juli 2019 waren es schon 101 Neugeborene. Das stellt die Kindergartenträger in Isny vor neue Herausforderungen. Nach Klärung der drängendsten Fragen, verabschiedete der Gemeinderat einstimmig die vorgeschlagene Planung.

Für Kinder unter drei Jahren sind in Isny rund 20 Plätze zu wenig vorhanden, zeigte Anita Gösele in ihrer Präsentation. Für Kindergartenkinder (ab drei Jahren bis zum Schulbeginn) fehlen rund 100 Plätze. Derzeit werden in Isny in zwölf Kindergärten von fünf Trägern 503 Kinder betreut. Der Trend zeigt nach oben. „Bei den Berechnungen gibt es einige Unwägbarkeiten. Vieles ist nicht planbar, das ist wie der Blick in eine Glaskugel“, erklärte Gösele die Differenz auf Nachfrage von Gemeinderätin Miriam Mayer (FW).

Peter Clement (SPD) sieht seine Befürchtungen bestätigt, dass der Neubau des Kindergartens an der Felderhalde zu klein geraten ist, obwohl das Lohbauer Neubaugebiet bereits in Planung war. Edwin Stöckle (SPD) empfindet die Krippenplätze (für Kinder unter drei Jahren) als zu teuer, dadurch werde der Bedarf künstlich niedrig gehalten (im Vergleich: im Landkreis Ravensburg gibt es eine Betreuungsquote von 32 Prozent, in Isny dagegen nur rund 19 Prozent).

Es soll bauliche Veränderungen geben

Um dem steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen gerecht zu werden, gibt es in einzelnen Kindergärten bereits Veränderungen. Im Kindergarten St. Maria werden die Öffnungszeiten erweitert. Beim Kindergarten St. Georg soll es bauliche Veränderungen geben, ein Personalraum, ein Ruheraum und die Vergrößerung des Büros. Die Außengruppe des Kindergartens Felderhalde (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete) im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Siloah-Kinderdorfs ist mit zwei Kindern gestartet. Dort ist Platz für insgesamt 25 Kinder.

Beim Kindergarten Fürstin Monika in Neutrauchburg wird die ehemalige Personalwohnung für den Kindergartenbetrieb genutzt. Für den steigenden Bedarf bei der Schulkindbetreuung ermittelt die Stadtverwaltung passende bauliche Möglichkeiten. In Rohrdorf sind die Kosten für einen Anbau mit Personalraum, Ruheraum und ein größeres Büro bereits im Haushalt eingestellt. Eine Elternbefragung, die zeitnah stattfinden soll, helfe ebenfalls bei der Ermittlung des konkreten Betreuungsbedarfs, so Gösele.

Kinder aus Flüchtlingsfamilien werden derzeit in fast allen Einrichtungen in der Innenstadt betreut. Im Bereich der Kleinkindbetreuung unterstützt die Stadt das Stephanuswerk im Zusammenhang mit einem Kurs für Frauen. Kirchenpfleger Frank Höfle gibt sich erfreut über die harmonische und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Er sagte aber, dass die katholische Kirchengemeinde Isny jedes Jahr rund ein Fünftel der Steuereinnahmen für seine Kindergärten ausgebe. „Das können wir auf Dauer nicht mehr stemmen“, gab er zu bedenken.

Schwerpunkt auf die Qualität legen

Jürgen Ziegler (Grüne) plädiert dafür, beim Ausbau der Kinderbetreuung den Schwerpunkt auf die Qualität zu legen. Die angebotene Sprachförderung in vier städtischen und einem kirchlichen Kindergarten ziele genau darauf ab, entgegnete Gösele. Ebenso wie die Steigerung der Leitungszeit in den Einrichtungen, die auch vom Land gefördert werde. Dafür fallen in Isny knapp 74 000 Euro mehr Personalkosten an.

Insgesamt gibt Isny für die Kinderbetreuung knapp drei Millionen Euro aus. Der Zuschuss vom Land für Kleinkind- und Kinderbetreuung für 2019 beträgt 1,64 Millionen Euro.

Der Gemeinderat beauftragte mit seiner Zustimmung zur Beschlussvorlage die Verwaltung damit, ein Entwicklungskonzept für das Neubaugebiet Mittelösch zu erstellen sowie das an den DRK-Kindergarten angrenzende Siloah-Haus für eine Kindergartennutzung ins Auge zu fassen und dafür im Haushalt entsprechende Mittel einzustellen.

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