„Ich bin ein Buchmensch!“

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Die Kinder- und Jugendbuchautorin Stefanie Höfler hat jetzt am Gymnasium Isny Auszüge aus ihrem Roman „Mein Sommer mit Mucks“ v
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Stefanie Höfler hat jetzt am Gymnasium Isny Auszüge aus ihrem Roman „Mein Sommer mit Mucks“ vorgelesen und im Anschluss Widmungen geschrieben. (Foto: Kim Romagnoli)
Kim Romagnoli

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Stefanie Höfler hat kurz vor den Osterferien vor Fünftklässlern des Isnyer Gymnasiums Auszüge aus ihrem Roman „Mein Sommer mit Mucks“ vorgelesen. Das Buch war 2016 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden.

„Wenn man ein Buch schreibt, kann man bei den Charakteren alles anders machen, als es bei einem selbst war“, erklärte Stefanie Höfler, die auch erzählte, sie habe sich früher über der Popularität ihres Vornamens geärgert. Deshalb heißt die Protagonistin in ihrem Buch auch Zonja – aber nicht mit „S“ sondern mit „Z“. Diese ist neugierig, Stammgast in der Bibliothek und süchtig nach Wikipedia, was sie unter Gleichaltrigen zur Außenseiterin macht.

Ihr „Blauwal-Dasein“ endet, als sie eines Tages den Stadt-Neuling Mucks im Freibad vor dem Ertrinken rettet und die beiden sich anfreunden. Zonja wird schnell klar, dass ihr neuer Freund nicht schwimmen kann und sich regelrecht vor Wasser fürchtet. Als sie ihn jedoch darauf anspricht, wird Mucks sauer, und die Freundschaft droht zu zerreißen. Obwohl sich die beiden später wieder vertragen, grübelt Zonja weiter über seine Geheimnisse. Generell handelt Höflers Geschichte von einer außergewöhnlichen Freundschaft, greift aber auch ernste Themen auf wie häusliche Gewalt.

Im Gymnasium war schnell zu merken: Mucks und Zonja haben es den Schülern angetan, die Frage, ob sie gerne mit der Außenseiterin Zonja befreundet wären, bejahte der Großteil. Stefanie Höflers Art, die Kinder durch Fragen und Gespräche in die Geschichte der zwei Freunde einzubeziehen, sorgte für eine angenehme, lockere Atmosphäre, die gut ankam. „Ich finde sie sehr nett und witzig! Sie schreibt wirklich tolle Geschichten, ich möchte das Buch auf jeden Fall weiterlesen“, meinte eine zufriedene Schülerin danach.

Die Autorin erklärte auf Nachfrage, weshalb es ihr wichtig sei, ihre Geschichten trotz ernster Themen auf eine humorvolle Weise zu schreiben: „Ich bin überzeugt davon, dass man, selbst wenn es im Leben mal nicht gut läuft, immer etwas zu lachen finden kann“, verriet sie. „Ich glaube, diese Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit ist das, was meine Bücher besonders macht.“

Auch die Schulbibliothekarin Regina Katein äußerte sich begeistert über die Vorlesung: „Die Schüler haben bis zum Ende konzentriert an den Lippen der Autorin gehangen. Daneben hat sich über die Hälfte der Kinder ein Buch vom Büchertisch signieren lassen. Bei anderen Lesungen sind es oft nur ein Viertel der Kinder. Mit den Autorenlesungen erreichen wir jedes Jahr, dass mancher ’Nichtleser’ aus eigener Motivation anschließend die Geschichte lesen möchte – perfekte Leseförderung!“

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