Herrenbergpark verändert sein Gesicht

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 Im Herrenbergpark haben die Arbeiten zur Erschließung begonnen, wie das Luftbild vom 20. September zeigt. Links der Bereich am
Im Herrenbergpark haben die Arbeiten zur Erschließung begonnen, wie das Luftbild vom 20. September zeigt. Links der Bereich am Herrenbergweg, wo das Projekt zum betreuten Wohnen „Residenz am Schloss“ bis 2021 fertiggestellt sein soll, im nördlichen Parkbereich sind erste braune Flächen zu erkennen, von wo sich die Erschließung mit Straßen und Versorgungsleitungen auf das gesamte Park-Areal voranschieben wird. (Foto: Heinz Mauch)

Der Umbau des Herrenbergparks zu einem neuen Isnyer Villenquartier hat begonnen. „Die Erschließung der Grundstücke soll spätestens bis Frühsommer 2019 fertiggestellt sein, und parallel dazu wird bereits jetzt mit dem Hochbau der ’Residenz am Schloss’ für betreutes Wohnen begonnen“, erklärte Peter Grath im Gespräch mit der SZ-Redaktion. Er ist einer der Geschäftsführer der Alpstein Immobilien GmbH & Co. KG aus Immenstadt, die als Bauträger auf den rund 42 000 Quadratmetern des ehemaligen Parks der Fürsten von Quadt das neue Wohnviertel entwickelt.

Wobei Alpstein de facto zwei Baustellen betreibt: Einmal die 17 großzügigen Grunstücke, auf denen Bauinteressierte ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können. Zum anderen die „Residenz am Schloss“ im Westzipfel des Parks, ein Projekt für betreutes Wohnen, das in Kooperation mit der katholischen Seelsorgeeinheit Isny umgesetzt werden wird und nach den Worten von Grath bis zum Frühjahr 2021 fertiggestellt sein soll.

„Hier sind eigentlich alle Wohnungen verkauft“, zeigt sich der Alpstein-Geschäftsführer schon jetzt „sehr zufrieden“. Auch, was das die Bauplätze im Park angeht: „Der Verkauf läuft gut, aber es gibt noch welche, zwei, drei schöne Grundstücke sind noch zu haben“, signalisiert er potenziellen Interessenten.

Etwas überrascht vom raschen Startschuss hatte sich im Gemeinderat zuletzt Sibylle Lenz (Freie Wähler) gezeigt, nachdem die Stadt nach Ratsbeschluss die Baugenehmigung kurz vor der Sommerpause erteilt hatte. „Wir haben rechtzeitig informiert, immer vorab, es gibt eine Frist, innerhalb der wir der Stadt den Baubeginn formal angezeigt haben“, sagte Grath zu diesem Punkt.

Ebenso seien unmittelbar betroffene Anlieger, „vor allem im Süden des Areals“, unterrichtet worden. Sei es „auf Nachfrage“ bei den Firmen, „die Anfang September mit den Vorarbeiten begonnen haben“, vor allem aber im Rahmen einer „Beweissicherung“, die Alpstein als Bauträger bei Anliegern durchführen ließ, um gegebenenfalls durch die Bauarbeiten entstehende Schäden dokumentieren zu können.

Das „Gesamtverkaufsvolumen“ im Herrenbergpark beziffert Grath auf etwa 19,2 Millionen Euro für Grundstücksverkauf und das betreute Wohnen. Wobei hier schon der zweite Bauabschnitt eingerechnet sei, „den wir mit 13 Einheiten schnellstmöglich umsetzen wollen. Hier wären auch noch Wohnungen zum Kauf verfügbar“, ergänzte der Geschäftsführer.

Dass die Öffentlichkeit nicht seitens der Stadt informiert worden ist, hatte Bürgermeister Rainer Magenreuter im Gemeinderat damit begründet, dass nicht die Stadt der Bauträger sei, sondern ein Privatunternehmen. Bauamtsleiter Claus Fehr ergänzte gestern auf Nachfrage der SZ: „Die Firmen werden aufgefordert, betroffene Anlieger zu informieren, ob sie das machen, weiß ich aber nicht.“

Ansonsten verwies Fehr aufs Ordnungsamt. Dessen Leiter Klaus Hägele erklärte gegenüber der SZ-Redaktion, dass sein zuständiger Mitarbeiter Manfred Schlitter nur tätig werde, „wenn es den öffentlichen Raum tangiert“ – etwa, wenn Straßen halbseitig gesperrt werden müssen, wie etwa aktuell in der Innenstadt.

Beim Herrenbergpark sei dies nicht gegeben, „hier sind wir auf privater Fläche, für eine Info an die Anwohner ist der Bauherr zuständig“, betonte Hägele. Verwaltungsintern werde allerdings diskutiert, eine Informationspflicht künftig in Baugenehmigungen festzuschreiben.

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