Großes Interesse am kleinen Rohrdorf

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 Die Besucher der SPD, Ortsgruppe Isny in der Grundschule Rohrdorf; vorne in der Mitte die beiden Lehrerinnen Carola Marx (link
Die Besucher der SPD, Ortsgruppe Isny in der Grundschule Rohrdorf; vorne in der Mitte die beiden Lehrerinnen Carola Marx (links) und Katrin Strake. (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Nach Beuren und Großholzleute im Jahresverlauf ist jüngst Rohrdorf das Ziel von Mitgliedern des SPD-Ortsvereins gewesen, die einwohnermäßig kleinste der vier Isnyer Ortschaften. Neutrauchburg steht 2019 auf dem Programm.

Wahrnehmen, was sich gerade entwickelt, was geplant ist, wo der Schuh drückt – „hinhören und nachfragen ist eigentlich das Allerwichtigste“, meinte Oswald Längst, der diesmal für die Rad-Exkursion verantwortlich zeichnete, zum Zweck des Ausfluges.

Empfangen wurde die Gruppe vom stellvertretenden Ortsvorsitzenden Ferdinand Hofmann mit den Worten: „Es gibt offenbar ein großes Interesse am kleinen Rohrdorf.“ Wobei er sich gleich selbst korrigierte. Denn „klein“ sei Rohrdorf nur nach der Einwohnerzahl, nicht aber, was Bedeutung und Lebendigkeit dank der Vereine betreffe; sei auch nicht unbedeutend wegen der sonnigen Lage am Westrand der voralpinen Adelegg und deshalb auch staatlich anerkannter Erholungsort.

Damit war auch schon ein Problem angesprochen: Durch die Wetter-Staulage zwischen 760 Metern Höhe des Ortes und 1100 Metern der Adelegg brächten der Tobelbach und sein Einzugsgebiet bei Starkregen sintflutartige Wassermengen mit sich, die durch Staurohre und Überlaufbecken bislang nur teilweise abgefangen würden. Was überläuft, flutet die Wiesen in Rengers. Zur künftigen Vermeidung wäre ein großes Rückhaltebecken nötig „und dazu muss richtig Geld in die Hand genommen werden“, sagte Hofmann.

Auf dem Gelände des alten Bolzplatzes sind sieben Bauplätze mit Sicht zur Nagelfluhkette voll erschlossen und werden zurzeit nach einem Punktesystem verkauft. Den Vorzug haben junge Familien, die im Raum Isny wohnen und arbeiten und sich sozial engagieren, zum Beispiel in einem Verein. In diesem Zusammenhang erwähnte Hofmann, dass 13 Vereine das Dorfleben prägen. Die größten und überregional bekanntesten sind die Turn- und Sportgemeinde, die Musikkapelle und der Reit- und Fahrverein Rohrdorf-Isny.

Verbesserungen für die Schule

Die beiden Lehrerinnen, Carola Marx und Katrin Strake, begrüßten die SPDler in der Grundschule. Sie hätten die Leitungsaufgaben unter den acht Teilzeitlehrkräften verteilt, weil die Schulleiterstelle vakant sei, erklärten sie. Der Unterricht mit derzeit 52 Kindern werde teilweise in sogenannten Kombi-Klassen abgehalten. Die Räumlichkeiten drinnen und draußen erscheinen recht großzügig, dennoch stünden nötige Verbesserungen an: Internetausstattung, Brandschutz und Sicherung der Gebäude gegen Unbefugte. Grundschule und Kindergarten seien durchs Projekt „Bildungshaus“ miteinander vernetzt mit der Absicht eines problemlosen Übergangs vom Kindergarten in die erste Klasse.

Die Leiterin des Kindergartens, Heidrun Kraus, führte die Delegation durch das kleinräumige Kinderparadies und zeigte den großzügigen Spielbereich draußen. Kraus zeigte sich glücklich über ihre fähigen Mitarbeiterinnen und den rührigen Förderverein. Dienstags und donnerstags werde in der Küche mit den Kindern gekocht, 20 Kinder bekämen ein Mittagessen. An beiden Tagen äßen auch einige Grundschulkinder mit und machten im Kindergarten ihre Hausaufgaben. Allerdings: Das Leiterinnenbüro sei winzig, ein Besprechungs- und Personalzimmer fehle vollständig, deshalb wurde sehr deutlich der Wunsch nach einem Anbau formuliert.

Neukonzeptionen für den Saal

Weiter ging’s in den Theater-und Gemeindesaal, der immerhin 50 Mal im Jahr belegt sei und dabei bewirtschaftet wird durch ein Team um Silvia Kahl von der Ortsverwaltung. Hier werde auf Wunsch von Kahl eine Neukonzeption in Kooperation mit den Vereinen angestrebt, erfuhren die Genossen. Der Lärmschutz zum anliegenden ehemaligen Gasthaus Löwen sei durch 20 Jahre für die unterschiedlichen Nutzer ein Problem gewesen, weshalb die Stadt 2017 das alte Gebäude gekauft habe. Über eine Neukonzeption werde nachgedacht, und in diesem Zusammenhang werde auch eine zentrale Wärmeversorgung nötig sein für alle gemeindlichen Gebäude zusammen.

Im Vereinsheim ist die Feuerwehr beheimatet, und auch die Vereine mit jeweiligen Räumen verschiedener Größe, die bei Bedarf zu bestimmten Veranstaltungen auch problemlos getauscht würden. Für die Organisation ist Silvia Kahl zuständig, und die Vereine gingen sehr verantwortungsvoll mit ihrem Haus um, wusste Hofmann zu berichten.

Zum Abschluss präsentierte er noch ein paar dorftragende Fakten: Die Einwohnerzahl betrage aktuell 736, wahlberechtigt seien 612 Personen, der Ortschaftsrat habe normalerweise neun Mitglieder, zurzeit nur aber sieben wegen Wegzügen. Im Rat seien die Teilorte Eisenbach, Schwanden und Rengers vertreten. Im Ort gebe es die Betriebe Holzbau Butscher, Elektro Metzger & Hirsch und Medizintechnik Schwarz, Gasthäuser seien das Goldene Kreuz, die Dorfschmiede und das Haus Tanne.

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