Grandioser Auftakt am Bösendorfer Flügel

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Marioara Trifan und Hans-Christian Hauser nach dem Konzert am Bösendorfer Flügel.
Marioara Trifan und Hans-Christian Hauser nach dem Konzert am Bösendorfer Flügel. (Foto: Jeanette Löschberger)
Jeanette Löschberger

Zum Auftakt der Reihe „Mittagskonzerte am Bösendorfer Flügel“ hat Marioara Trifan am Samstagnachmittag im Kurhaus am Park gespielt. Die aus den Vereinigten Staaten stammende Pianistin und Dirigentin bekleidet zurzeit eine Professur an der renommierten Hochschule für Musik und Theater in München. Hans-Christian Hauser ist es zu verdanken, dass diese Konzertreihe ins Leben gerufen wurde. Großartige Künstler hat er dafür engagiert, „Arbeitskollegen von der Musik-Hochschule“, verrät er. Eine Hauptrolle spielt dabei der Bösendorfer Flügel des Kurhauses.

In aparter schwarzer Abendgarderobe tritt die Künstlerin an den Flügel im Foyer des Kurhauses. Dabei bildet der leichte Schneefall vor verschneiter Stadtmauer einen schönen Kontrast und Kulisse für das Konzert. „Schade, dass die jungen Leute nur vorbei gehen und nicht herein kommen“, findet Daphne Kerber. Dennoch freut sie sich, ebenso wie Hauser über den großen Andrang. Über 100 Musikliebhaber fanden den Samstagnachmittag offenbar gut gewählt.

Höchst atemlos lauschte das Publikum den Klängen von Marioara Trifan, da braucht es nicht mehr als diesen perfekten Flügel mit den phantastischen Klangfarben und eine ebensolche Pianistin von Weltrang. Auf dem Programm standen Schuberts Impromptu in c-moll, Mozarts Sonate in B-Dur, ein Scherzo von Chopin sowie eine Etüde von Alexander Skrjabin und, passend zum Jahreswechsel das Feuerwerk von Debussy.

Virtuos und gefühlvoll trägt sie die Stücke vor. Diejenigen, die das Glück hatten, sie von ihrem Sitzplatz aus beobachten zu können, durften an ihrem Gesicht alle Gefühle ablesen. Die ganze Heiterkeit, Tragik, Zuversicht, Freude und Erwartung in den klassischen Musikstücken spiegelten sich darin.

Publikum spart nicht mit Applaus

Jedes Musikstück stellt Trifan vor, bevor sie beim Spiel ganz darin aufgeht. Wie gebannt sind die Besucher über die Hände, die mit unglaublicher Schnelligkeit und Eleganz über die schwarz-weißen Tasten tanzen. Daher spart das Publikum auch nicht mit Applaus, Bravorufe sind zu hören – die Pianistin freut sich und ruft auf, das Isny Opernfestival mit dem gleichen Enthusiasmus zu unterstützen.

Einzelne Besucher, kommen nach dem Konzert nach vorn und bedanken sich bei Hauser für den überaus gelungenen Nachmittag. Hauser nennt es einen Glücksfall, solch einen Flügel in unserer Stadt zu haben – das rufe förmlich nach einer Konzertreihe. Weiter geht die Konzertreihe am 14. Februar mit dem Konzertpianisten Dmitrij Romanov.

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