Grün, grüner, Frühlingsmarkt

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Überall gute Laune und eine Pflanzenvielfalt mit teilweise alten Sorten, die auf besonderes Interesse der Gärtner stoßen.
Überall gute Laune und eine Pflanzenvielfalt mit teilweise alten Sorten, die auf besonderes Interesse der Gärtner stoßen. (Foto: Jeanette Löschberger)
Schwäbische Zeitung
Jeanette Löschberger

„Mit dem Frühlingsmarkt haben wir genau den Nerv der Leute getroffen. Schon vor 9 Uhr waren die ersten Gartenfreunde in der Stadt und haben an den Ständen eingekauft. Dass das Wetter so toll mitspielt, freut uns natürlich ganz besonders.“, sagt Katrin Mechler vom Büro für Stadtmarketing.

Der mittlerweile 5. Frühlingsmarkt kommt bei allen Beteiligten, die an diesem sonnigen Morgen durch die Wassertor- und Espantorstraße laufen, gut an. Überall fröhliche Gesichter, vor und hinter den vorwiegend Pflänzchen anbietenden Stände der Gärtner aus der Region. Es ist ein authentischer Markt, „das passt einfach hier her in das Allgäu“, sagt eine Klinikpatientin aus dem Ruhrgebiet, die es bedauert, dass sie jetzt nichts kaufen kann. Für den Einzelhandel war der Vormittag die bessere Zeit, schätzt Susi Weber vom ortsansässigen Sanitätshaus das Einkaufsverhalten der Kunden ein. „Ab Mittag wollen die Leute lieber draußen im Kaffee sitzen und zwischen den Ständen bummeln.

Löwenzahn hat heilende Kräfte

Bei den drei Vorträgen im Sitzungssaal des Rathauses erfahren die Zuhörer vom Verein Allgäuer Kräuterland etwas über die heilenden Kräfte des Löwenzahns und von Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl über „Frühling, Folklore und Smbolik“, bei dem er die Teilnehmer an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben lässt. Der erste Vortrag dreht sich um den Betreiber des „Solawi-Hofs“ Klaus Vochezer aus Chistazhofen, der in Baldenhofen bei Kißlegg das Deutschlandweite Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) umsetzt. Schon die Internetadresse www.ernte-teilen.org verspricht einiges. „Ist solch ein Konzept umsetzbar?“, fragen sich die Zuhörer. Der junge, enthusiastische Landwirt betreibt im ersten Jahr nach dem Prinzip der Solawi ökologischen und nachhaltigen Gemüseanbau für und mit 25 Anteilseignern, die sich die Ernte aber auch das Risiko teilen. „Alles wird verteilt, jeden Freitagnachmittag stehen die Gemüsekisten bereit“, sagt Vochezer. Das Ergebnis sind naturbelassene, frische Lebensmittel ohne sie selbst anbauen zu müssen, ohne in den Supermarkt zu gehen, ohne den Boden, die Tiere und den Mensch auszubeuten.

Etwas für die Bienen tun

Nach dem Ansehen der Kurzfilme über Bienen in der Gotischen Halle des Rathauses ist das Bewusstsein, was Bienen in der Natur bewirken bei den Kindern geweckt. „Schon am Vormittag müssen die ersten Akkus beim Stand für den Bau der Wildbienenhotels ausgetauscht werden“, erzählt Mechler. Mit Feuereifer wird gebohrt, verschiedene Materialien ausgesucht und einiges für den Fortbestand der Bienen getan.

Der Austausch untereinander ist bei Gartenliebhabern schon immer beliebt. Daher verwunderte auch der große Andrang in der Espantorstraße nicht. Neugierig schauen sich Gartenfreunde um, welche Pflanzen sie brauchen könnten, welche Deko noch fehlt und der markttypische Ratsch durfte auch nicht fehlen. Da kam jeder auf seine Kosten.

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