Geschichte und Kunst aufs Schönste vereint

  Die Teilnehmer waren voll des Lobes über die gelungene Exkursion.
Die Teilnehmer waren voll des Lobes über die gelungene Exkursion. (Foto: Herbert Neidhardt)
Externer Leser-Inhalt

Die hier veröffentlichten Artikel wurden von Vereinen und Veranstaltern, Kirchengemeinden und Initiativen, Schulen und Kindergärten verfasst. Die Artikel wurden von unserer Redaktion geprüft und freigegeben. Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt schwäbische.de keine Gewähr.

Mit der Auswahl des Exkursionsziels Isny landete die Organisatorin Brigitte Seeberger einen Volltreffer. Im Rahmen der ausgebuchten Führung wurde das sogenannte Schloss Isny besucht.

Die Grafen von Altshausen-Vehringen gründeten Isny und das Kloster, das ab dem 11. Jahrhundert eine Benediktinerabtei war. Zwischen dem eigenständigen Kloster und der seit 1365 „Reichsstadt Isny“ gab es immer wieder Streitigkeiten, die sich besonders seit der Reformation verschärften. Interessant war, dass früher alles paritätisch besetzt war, es gab zum Beispiel eine protestantische und eine katholische Hebamme, protestantische und katholische Metzger. Im dreißigjährigen Krieg war es dem Abt jedoch möglich, bei einem Überfall ins evangelische Pfarrhaus zu fliehen, wo er nicht ausgeliefert, sondern versteckt wurde.

Die Abtei hatte mit vielen Rückschlägen zu kämpfen. Nicht nur Kriege, Zwistigkeiten und die Pest, sondern auch ein Brand schädigte das Kloster enorm. Das Kloster konnte sich jedoch immer wieder wirtschaftlich erholen und auch nach dem Brand das Gebäude im barocken Stil wieder aufbauen. 1803 war aber Schluss. Die Säkularisation bedeutete das Ende als Benediktinerkloster. Die Reichsabtei wurde aufgelöst und kam samt Grundbesitz an die aus dem Rheinland stammende Familie Graf Quandt-Wikradt. Bis 1942 bewohnte die Familie das jetzt sogenannte Schloss. Da der Unterhalt schwer zu finanzieren war, verkauften diese 1942 das Gebäude an die Stadt Stuttgart. Diese nutzte den Bau in den folgenden Jahrzehnten als Krankenhaus, geriatrische Klinik und Pflegeheim.

Aus der Klosterzeit erhalten ist noch das Refektorium, welches heute für Konzerte und Empfänge genutzt wird und die Wallfahrtskapelle. Die Kapelle ist heute im Privatbesitz des Künstlers Friedrich Hechelmann. Wie es dazu kam?

Nachdem die Stadt Stuttgart das Heim schloss und die Stadt Isny das Gebäude nicht erwerben wollte, erwarb 1996 eine private Stiftung das Schloss. Der in Isny geborene Künstler Friedrich Hechelmann, ein Mitglied dieser Stiftung, übernahm etliche Räume. Er ließ einen Teil als „Kunsthalle im Schloss Isny“ umgestalten. Weitere Räume bewohnt er privat und im ehemaligen Abthaus präsentiert er, neben einzelnen seiner Werke, auch seine private Kunstsammlung. Der Flur in diesem Bereich besitzt Deckenstuckaturen von Nicolò Perti. Diese muten, obwohl aus der Barockepoche stammend, doch ganz anders an als der Stuck, den man sonst aus dieser Epoche kennt.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen