Gemeinderat Isny stimmt Energiekonzept zu

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Schwäbische Zeitung

Das Baugebiet Mittelösch wird mit Abwärme der Firma Früchte Jork versorgt. Diesem Konzept stimmte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme zu, wie die Stadtverwaltung Isny jetzt mitteilt.

Bei der Entwicklung des Baugebiets Mittelösch sei der Fokus auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und einer verdichteten Bauweise gelegen. Voraussichtlich 220 Wohneinheiten, davon rund 200 in Mehrfamilienhäusern, sollen entstehen. Wichtiges Ziel sei außerdem eine effiziente Energieversorgung mit optimaler Einsparung von CO2. Dies werde mit einer lokalen Nahwärmeversorgung durch die gewerbliche Abwärme der Firma Früchte Jork erreicht, die dafür eine spontane Zusage gab. Umgesetzt wird das Konzept mit der Bio-Energie Isny (BEI).

Mit einer Vorlauftemperatur von 28 Grad reicht die Wärme im Netz in der Übergangszeit und im Sommer für die Heizung, heißt es vonseiten der Stadt Isny weiter. Für die Warmwasserbereitung und im Winter müsse die Vorlauftemperatur mit einer Wärmepumpe erhöht werden. Je nach Heizsystem können 30 bis 80 Prozent der jährlichen Heizenergie ohne Wärmepumpe abgedeckt werden Erwartet wird bei einem geschätzten Gesamtwärmebedarf des Quartiers von 964 000 Kilowattstunden eine Einsparung von rund 119 400 kg CO2 pro Jahr.

Investoren werden in den Kaufverträgen zum Anschluss mit der BEI und zur Nutzung für die Dauer von zehn Jahren verpflichtet. „Wir haben das nicht aufoktroyiert“, betont Bauamtsleiter Claus Fehr. Gemeinsam sei diese Nahwärmeversorgung auf den Weg gebracht worden. Ohne die regionalen Akteure wäre ein solches Konzept nicht möglich, so Fehr. „Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Wir können nicht immer nur von anderen fordern, wir müssen selbst vorangehen“, sieht er Verwaltung und Gemeinderat in der Verantwortung bei der Verminderung von CO2-Ausstoß. Bei den Isnyer Gemeinderäten gab es denn auch bei der Beratung einen breiten Konsens darüber, dass es nicht mehr angehe, lediglich auf fossile Brennstoffe zu setzen und Gasleitungen zu verlegen.

Die Erschließung von Mittelösch, die bereits angelaufen ist, soll bis April nächsten Jahres abgeschlossen sein. Hierbei werden die Nahwärmeleitungen verlegt. Die Kaufverträge mit den Investoren sollen Mitte des Jahres abgeschlossen werden, die Grundstücksübergabe erfolgt nach Abschluss der Erschließung im April 2020. Danach werde mit dem Bau der Häuser begonnen.

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