Fest der Ermutigung und des Dankes

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Von Anfang an, seit zehn Jahren, helfen sie in der Tafel mit: Marianne Lang, Margarete Pscheidl, Gerda Butscher, Stefanie Bonik
Von Anfang an, seit zehn Jahren, helfen sie in der Tafel mit: Marianne Lang, Margarete Pscheidl, Gerda Butscher, Stefanie Bonikowski, Waltraud Breuer und Franz Butscher (v. l.). (Foto: Walter Schmid)
Walter Schmid

Eine beachtliche Geburtstagsfeier: Zum zehnjährigen Jubiläum der Isnyer Tafel waren neben Prominenz aus Stadt, Landkreis, Kirche, Deutschem Rotem Kreuz, Landtag und Bundestag auch Freunde der benachbarten Tafelläden in Wangen, Bad Wurzach, Bad Waldsee und Leutkirch gekommen; außerdem die komplette ehemalige und aktuelle ehrenamtliche Mitarbeiterschaft, um in der Espantorstraße zu feiern.

Christoph Schlegel, der Geschäftsführer vonseiten der Caritas, betonte in seiner Begrüßung, dass die eigentlichen Träger der Arbeit nicht die oben genannte „Prominenz“ ist, sondern die Mitarbeiterschaft an der Basis. Auch Alexander Fürst von Quadt fand in Vertretung von Bürgermeister Rainer Magenreuter herzliche Dankesworte an all die ehrenamtlich engagierten Frauen und Männer, an alle spendenfreudigen Geschäfte und an die institutionellen Träger Caritas und DRK. An die Ehrenamtlichen gerichtet sagte er: „Ihre Arbeit macht die Welt für unzählige Bedürftige etwas menschlicher – doch um die Welt gerechter zu machen, wäre politisch noch viel zu tun.“

Wolfgang Stockburger, der Leiter der Sozialarbeit des DRK-Kreisverbandes sagte: „Tafeln sind für mich wie eine Wunde am Körper unserer Gesellschaft. So dringend wir unsere Tafeln brauchen, sie sind für mich auch ein Stein des Anstoßes in einer Welt, in der Wohlstand und Reichtum nicht gerecht verteilt sind und der Graben zwischen arm und reich immer breiter wird – schade, dass wir die Tafel brauchen, gut dass wir sie haben.“ Für Stockburger sind die Ehrenamtlichen jene, die Nächstenliebe praktizieren: „Ohne sie wäre die Welt ein viel trostloserer Ort, in dem es an Mitgefühl und Barmherzigkeit mangelt.“

Grünen-Landtagsabgeordnete Petra Krebs, gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, widmete sich dem Thema gesunde Ernährung. Falsche, ungesunde Ernährung habe nicht nur mit finanzieller Armut, sondern auch mit mangelnder Information und Bildung zu tun. Auch die Werbung trage viel zu ungesunder Ernährung bei: schnell fertige und billige Produkte kaufen, anstatt selber kochen mit natürlichen Grundnahrungsmitteln – der Tafelladen biete zum sehr kleinen, symbolischen Preis durchaus wertvolle Lebensmittel und damit eine Chance zu gesunder Ernährung.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Alex Müller widmete sich dem Thema der Verantwortung gegenüber den „Mitteln zum Leben.“ In Deutschland würden jede Sekunde 300 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen und gleichzeitig würden 800 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden. In der Tafel würden Mangel und Hunger zusammengebracht. Müller erinnerte auch an die Bitte im Vater-Unser-Gebet: „Unser täglich Brot gib uns heute.“ – „Unsere Ehrenamtlichen schenken ihre Zeit und ihre Kraft, dass durch 900 Tafeln in Deutschland rund 1,5 Millionen sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden können und so die Vater-Unser-Bitte in Erfüllung geht. Sie bringen etwas ganz Wertvolles ein, das uns nur sehr begrenzt zur Verfügung steht, weil unser Dasein auf der Erde endlich ist. Sie spenden Zeit“, sagte Müller. Der Dank gelte genauso allen Firmen und Geschäften, die die Isnyer Tafel versorgen.

Für den festlichen Rahmen im Rathaus sorgte gediegene Klaviermusik von Christine Mulach. Anschließend wurde zur Besichtigung der Tafelräume im ehemaligen Gasthaus Gambrinus eingeladen, zu Begegnung, Gespräch und zum gemeinsamen Mittagessen an der hübsch dekorierten langen Tafel unter Sonnenschirmen. Aus der Musikschule Mulach unterhielt das Ensemble „MilOr“ die speisende, festliche Tafel dezent. Das Jubiläum war ein gelungenes, bestens vorbereitetes Fest der Ermutigung und des Dankes.

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