Fürs überlebenswichtige Sehen in Uganda

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Die Isnyer Optikerfamilie Walzer in der ugandischen Hauptstadt Kampala.
Die Isnyer Optikerfamilie Walzer in der ugandischen Hauptstadt Kampala. (Foto: Walzer)
Schwäbische Zeitung
Julia Garthen

Rüdiger Walzer und seine beiden Söhne Daniel und Julian sind am 23. März für zwei Wochen nach Uganda gereist, um sich dort im Rahmen des Hilfsprojekts „OneDollarGlasses“ (siehe Info-Kasten) zu engagieren. Daniel Walzer hat bereits vor einiger Zeit eine Kinderpatenschaft im Rahmen eines anderen Hilfsprojektes „22 Stars“ übernommen. Dieses Engagement führte dazu, dass sich die gesamte Familie überlegte, wie sie innerhalb ihrer Möglichkeiten auch ganz praktisch und lebensnah Hilfe leisten könnte.

Rüdiger Walzer stieß auf den „EinDollarBrille e.V“., der seinem eigenen Unternehmensmotto „Wir helfen Sehen“ genau entsprach. Er beschloss umgehend, nach Uganda zu reisen und dort für den Verein tätig zu werden. Mit Hilfe der ortsansässigen Mitarbeiterin von 22 Stars, Stella Airoldi, und ihren zahlreichen Helfern, konnten die Walzer-Männer viel bewegen. Sie seien von allen Menschen herzlich empfangen worden – und brachten beeindruckende Erinnerungen mit nach Hause.

Rund 100 Brillen wurden während ihrer Zeit in der Hauptstadt Kampala und der Stadt Jinja an den Mann, die Frau oder ein Kind gebracht. In Afrika müssen die Menschen für eine Untersuchung beim Augenarzt bezahlen, was sich kaum eine Familie leisten kann. Die Folge ist, dass auch kaum jemand, der eine Brille benötigt, jemals in den Besitz einer solchen kommt.

Besonders nachdenklich hat Rüdiger Walzer die folgende Situation gemacht, wie er erzählt: Als er bei drei Kindern die Sehfähigkeit mittels seiner Gerätschaften nicht mehr habe feststellen können, seien sie ins Krankenhaus gebracht und eingehend untersucht worden. Dort stellte sich heraus, dass alle drei Kinder am grauen Star litten.

Augenoperation ist unbezahlbar

Und nicht nur durch Krankheiten wie diese, auch durch die Arbeit im Steinbruch, bekommen schon die kleinen Sehprobleme – beispielsweise durch Splitter, die in ihren Augen landen. Für die Familien der Kinder ist eine Augenoperation unbezahlbar, rund 250 Euro betragen die Kosten jeweils.

Um ihnen zu helfen, hat Rüdiger Walzer schnellstens ein Treuhandkonto eröffnet. Er steht im Kontakt mit einem Augenarzt, der ebenfalls für den „EinDollarBrille e.V.“ tätig ist, und gemeinsam wollen sie erreichen, dass die erkrankten Kinder wieder sehen können. Wer dieses Herzensprojekt mit einer Spende unterstützen möchte, kann bei Optik Walzer in der Wassertorstraße vorbeischauen.

Die Kinder in Uganda haben Probleme in der Schule, wenn sie nicht gut sehen können. Durch die mangelhafte Bildung wird ihnen der Weg zu einem späteren finanziellen Auskommen und damit zur Unabhängigkeit versperrt. Und auch die Erwachsenen mit Sehschwäche haben es nicht leicht, ihren Arbeiten nachgehen zu können.

Für Näherinnen zum Beispiel ist es elementar wichtig, gut funktionierende Augen zu haben. Auch die Kettenmacher sind davon abhängig, dass sie ihre Arbeit genau sehen können. Doch ganz abgesehen von der Erwerbstätigkeit ist eine gute Sicht auch im privaten Bereich ein Muss. Da die meisten Menschen, die Rüdiger Walzer und seine Söhne besucht haben, nicht lesen und rechnen können, werden sie beim Einkauf von Reis – einem ihrer Grundnahrungsmittel – oft betrogen.

Die Reiskörner werden von den Verkäufern mit kleinen Steinchen vermischt, wodurch das Gewicht künstlich erhöht wird. Wer diesen Reis aber zu Hause zubereiten will, muss erst einmal in mühevoller Kleinarbeit die Körner von den Steinen trennen. Dies gestaltet sich ohne gute Sehkraft sehr schwierig.

Rüdiger Walzer ist im Gespräch über seine jüngsten Erlebnisse anzumerken, wie nachhaltig seine Erfahrungen und Erlebnisse in Uganda auf ihn wirken. Er wird zusammen mit seiner Familie das Hilfsprojekt weiterhin unterstützen und freut sich, wie er abschließend betont, auf künftige Möglichkeiten, den Menschen dort das Leben etwas erleichtern zu können.

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