„Es muss sich was bewegen“

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 Annika Reiß, Nadine Urbas und Erika Stehling stellen sich als „Parents for Future“ neben die Schüler der „Fridays for Future“-B
Annika Reiß, Nadine Urbas und Erika Stehling stellen sich als „Parents for Future“ neben die Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung. (Foto: Stefanie Böck)
Stefanie Böck

Erika Stehling ist eine von drei Organisatorinnen, die nun auch in Isny „Parents for Future“ auf die Straße bringen wollen; Eltern, die sich hinter die Jugendprotestbewegung „Fridays for Future“ stellen. Ersten Aktionen liegen hinter Stehling, weitergehen soll es diesen Freitag, 3. Mai, mit der nächsten Demonstration um 17 Uhr vor dem Isnyer Rathaus. SZ-Mitarbeiterin Stefanie Böck hat die dreifache Mutter befragt, wovor sie sich selbst fürchtet und wer die „Parents for Future“ in Isny sind.

Wer sind die „Parents for Future“?

Eine Gruppe von Eltern und anderen Erwachsenen, die die Forderung der „Fridays for Future“ unterstützen. Wir fordern, wie die Schüler, eine konsequente Klima- und Umweltschutzpolitik. Es wäre fantastisch, wenn sich uns so viele wie möglich anschließen. Vielleicht bewegt sich dann etwas.

Wer sind ihre Mitstreiterinnen?

Annika Reiß und Nadine Urbas. Wir hoffen, dass wir die Leute wach rütteln können, angesichts der Katastrophe auf die wir zusteuern. Und dass auch in anderen Städten noch mehr Erwachsene aktiv werden.

Was hat sie aufgeschreckt?

Es war nicht eine Nachricht, sondern die Summe: Die immer deutlicheren Hinweise der Wissenschaftler; die Trockenheit und Hitze letzten Sommer, die es am eigenen Leib spürbar gemacht haben; die Schülerproteste; dass große Teile Afrikas in 50 Jahren unbewohnbar sind, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt. Den Ausschlag hat dann der Beitrag „Klimawandel in Bayern: Extreme – das neue Normal?“ vom bayrischen Rundfunk gegeben. Wenn ich die Summe dessen sehe, was uns durch den Klimawandel droht, wird mir ganz schlecht.

Wie geht es weiter nach der ersten Demonstration?

Am Freitag um 17 Uhr folgt eine weitere Demonstration vor dem Isnyer Rathaus, an der hoffentlich noch mehr Leute teilnehmen. Und wir haben einen Stammtisch eingerichtet zum Ideenaustausch und zur Planung weiterer Aktionen.

Muss man nachhaltig leben, wenn man mitdemonstrieren will?

Jeder der will, soll unbedingt mitdemonstrieren. Klar ist es gut, wenn man bei sich anfängt, Schritt für Schritt nachhaltiger zu leben. Aber ohne entsprechende Gesetze ist nachhaltig Leben für die allermeisten Menschen kaum möglich. Je mehr Leute mitdemonstrieren, umso höher ist die Chance, dass sich etwas bewegt, bevor es zu spät ist.

Was ist das Ziel der „Parents for Future“?

Den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, sie muss schnell wirksame Gesetzte schaffen, damit die Forderungen der „Fridays for Future“ erfüllt werden. Zum Beispiel 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035, Kohleausstieg bis 2030 – und die Nettonull. Dass heißt, nur so viel Treibhausgas auszustoßen, wie durch natürliche Prozesse wieder aufgenommen werden, bis 2035.

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