„Er fehlt jetzt an allen Ecken und Enden“

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Klaus Grubart
Klaus Grubart (Foto: Archiv: Schmid)
Walter Schmid

Überraschend ist am 10. August der Isnyer Schausteller Klaus Grubart kurz vor Vollendung seines 58. Lebensjahr gestorben.

„Man muss sehr lange darüber nachdenken, ob es etwas gibt, was unser Papa nicht konnte“, so überlegen Klaus Grubarts Ehefrau Michaela und Sohn Ronny miteinander. „Er war einfach universell und unermüdlich am Schaffen, sowohl kaufmännisch als auch vor allem handwerklich. Schlosser, Schreiner, Lackierer, Elektriker, Kaufmann, Marketing-Experte, Geschäftsmann und überdies ein Familienmensch. Er war einfach alles. Und jetzt fehlt er an allen Ecken und Enden. Wir sind sehr traurig und vermissen ihn sehr.“

Es sei ganz bestimmt in seinem Sinne, dass wir nicht aufgeben, sondern weitermachen. „Mein Vater war nie pessimistisch. Für ihn gab's immer eine realisierbare Lösung“, fügt Sohn Ronny hinzu, „und genau so machen wir jetzt weiter.“ Man hätte es ja gerade in dieser Branche mit den unterschiedlichsten Geschäftspartnern zu tun, auch mit sonderbaren und anstrengenden. Aber der Papa hätte sowohl die menschliche als auch die geschäftliche Seite im Auge gehabt und hätte immer ein gutes Wort gefunden, damit man miteinander klar gekommen ist. Michaela Grubart ist wichtig zu betonen, dass ihr Klaus auch in der Familie den Konsens gesucht hätte. Ein geradezu harmoniebedürftiger Mensch, der das friedliche Miteinander gesucht und geschätzt hat. „Man hat ja 24 Stunden am Tag zusammengelebt und Hand in Hand gearbeitet und das gehe nur auf der Basis eines ergänzenden, vertrauensvollen Miteinanders.“ Ronny fügt hinzu: „Der Papa war für mich Vorbild und gleichzeitig ein Freund.“

Die Schaustellerei sei kein Beruf, sondern ein Leben, in das man hineingeboren werden muss. Man sei von Ostern bis zu den Weihnachtsmärkten im Umkreis von 300 Kilometern ständig unterwegs, Woche für Woche. Die Belastbarkeit dürfe fast keine Grenzen kennen. Im Januar hätte man meist zwei Wochen Urlaub gemacht, hätte ausgespannt, und dann sei's in der Werkstatt weitergegangen, damit im Frühjahr das ganze „Fahrgeschäft“ wieder im Schuss sei. „Schaustellerei, ein Gewerbe, zu dem das Unterwegssein konstitutiv dazugehört.“ Deswegen sei es so wichtig, dass man irgendwo verwurzelt ist und das sei eben Isny – bereits in der vierten Generation. „Wir kennen ja im Süden Deutschlands viele schöne Ortschaften und Städte, aber mit Isny ist kein anderer Ort zu vergleichen.“ Mit ihrem vor zehn Jahren erbauten Haus mit Werkstatt und Garagen Am Schäferhof sei für Klaus und die Familie ein großer Traum in Erfüllung gegangen.

Schon in der dritten Generationen stellen und organisieren die Grubarts den Vergnügungspark auch beim Isnyer Kinder- und Heimatfest mit ihren eigenen, mobilen Attraktions- und Unterhaltungsständen, in der Regel noch erweitert durch Subunternehmer. „In unserer Heimat den Vergnügungspark stellen zu dürfen, war für uns immer die ganz besondere Herausforderung, eine Ehre.“

Thomas Fritz, Vorsitzender der Kinderfestkommission kommentiert den Tod von Klaus Grubart folgendermaßen: „Man will es noch gar nicht wahr haben, dass dieser für uns so verantwortungsbewusste und verlässliche Mensch und Geschäftspartner nicht mehr da sein soll. Wir von der Kinderfestkommission teilen die Trauer mit Familie Grubart, mit Ehefrau Michaela, den Kindern Ronny und Sabrina und den Enkelkindern.

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