Emil Thurner ist gestorben

Lesedauer: 4 Min
 Emil Thurner
Emil Thurner (Foto: Familie Thurner)
Walter Schmid

Gibt es wohl ein Zitat mit dem man das Leben von Emil Thurner umfassen kann? Vielleicht könnte es eine Empfehlung des Schwäbischen Mundartdichters August Lämmle sein: „Tue, was für Deine Mitmenschen ein Segen ist. Mag sich das Leben schicken, so oder so, gut oder schlecht, lass Dich keinen Tag abbringen vom Eifer zum Nutzen der Menschen.“

Emil Thurner wurde in Kißlegg geboren, hat aber seine ganze Schulzeit bis zum Abitur in Wangen verbracht. Dann hat er die Postler-Laufbahn eingeschlagen, vom Lehrling, Inspektoranwärter bis zum Postoberinspektor. Nach verschiedenen Stationen wurde ihm 1958 bis zu seinem Ruhestand 1992 die Leitung des Postamtes Isny anvertraut. In dieser Zeit hat er sich auch parallel zur Arbeit für den Post-Sportverein verantwortlich gezeigt. Als Bürger der Stadt beteiligte sich Emil Thurner im öffentlich-kommunalen Leben der Stadt, viele Jahre aktiv im Gemeinderat und hat auch sonst auf kultureller Ebene das Leben der Stadt mitgestaltet.

Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg

1984 wurde ihm für 20-jähriges ehrenamtliches Engagement die Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg überreicht. Seine Heimatverbundenheit zeigte sich zum Beispiel auch als Mitglied der Kinderfestkommission. Der damalige Vorsitzende, Horst Steinhauser, überreichte ihm dafür die Urkunde für besonderes Engagement schon bei der Gründung des Vereins. Kinder von Emil Thurner betonen das feine Gespür ihres Vaters für das, was in Ordnung ist, gut ist, gerecht ist, was dem Frieden dient. Vielleicht sei dies der Grund dafür, dass er sich als Schöffe beim Landgericht und als Beistand für Kriegsdienstverweigerer engagiert hätte. Ganz offensichtlich hatte der Verstorbene auch ein Herz für die Völkerverständigung mit dem Nachbarn Frankreich. Er war deshalb Mitbegründer der Städtepartnerschaft mit Notre-Dame-de-Gravenchon und über 20 Jahre, von 1972 bis 1993, deren Vorsitzender.

Gläubiger katholischer Christ

Sein Nachfolger Eckard Berger würdigt seinen Vorgänger als nimmermüden „Reisenden“ mit großem Wissen über die französische Geschichte, Politik, Landschaft und Kultur. Bürgermeister Manfred Behrning hat dem Verstorbenen dafür die Goldmedaille der Stadt Isny verliehen. Von der Partnerstadt wurde er zum Ehrenbürger ernannt.

Emil Thurner war als gläubiger katholischer Christ auch seine Kirche wichtig. Durch 20 Jahre war er nebenamtlicher Kirchenpfleger und Mitbegründer der kirchlichen Sozialstation. Durch 50 Jahre war er bis ins hohe Alter auch aktiver Sänger des Kirchenchores, weshalb er durch den Bischof mit dem Ehrenbrief der Diözese ausgezeichnet wurde. Emil Thurner hinterlässt seine Frau Irmgard, mit der er 2016 die diamantene Hochzeit im Kreis der Familie und in der Kirche feiern durfte. Auch vier Kinder und sieben Enkelkinder werden um den Opa trauern.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen