Eine Stunde voller adventlicher Freude

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Weihnachtliche Vorfreude pur konnten die zahlreichen Besucher des Adventskonzertes genießen. (Foto: roth)

Beim Eintritt in die Nikolaikirche in Isny herrscht reges Treiben. Plätze werden für Freunde oder Familienangehörigen von wuseligen Kindern reserviert, in den Seitenschiffen signalisieren angebrachte Zettel die Reservierungen für den Unterstufenchor, den Mittel- und Oberstufenchor und den Kammerchor Cantabile. Es herrscht eine frohe, lebendige Stimmung.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter des Gymnasiums, Jochen Müller, ertönen von der Empore die Mittel- und Oberstufenbläser. Von Giovanni Gabrieli (1557-1612) stammt das doppelchörige Stück. In guter Stimmung wechseln sich die Holzbläser mit den Blechbläsern ab. Tänzerisch zeigt sich ihr Musizieren, und wuchtig ertönt der Schlussakkord.

Mit traditionellen Adventsliedern geht es unter der Leitung von Stefan Deuschle weiter. Dezent von E- Piano und Querflöte unterstützt, klingen die kindlichen Stimmen wie aus einem Guss. Eine hohe Textverständlichkeit zeichnet den unverschnörkelten Vortrag aus. Der einstimmige Gesang der Fünft- und Sechstklässler vermittelt genau jene Natürlichkeit, nach der sich in der hektischen Vorweihnachtszeit die Menschen eigentlich sehnen. Stefan Deuschle als Musiklehrer des Gymnasiums und Leiter des Kammerchores Cantabile Leutkirch, stellt in die Mitte des Programms einen A-cappella-Block. Im Psalm 150 von Ernani Aguiar hat er ein Stück moderner Chormusik mitgebracht. In diesem flotten Satz sind Rhythmusgefühl und überschnelle Artikulationsfähigkeit gefordert.

Auf fünf Nummern verkürzt

Den krönenden Abschluss bildet das „Weihnachtsoratorium“ von Camille Saint-Saens (1835-1921). Das an und für sich zehnteilige, ungefähr 40 Minuten dauernde Werk wurde auf fünf Nummern verkürzt und somit den Aufführungsmöglichkeiten einer Schule angepasst. Zu den beteiligten Chören gesellen sich das Streichensemble des Gymnasiums, eine Harfe und Orgel. Das „Prelude“ startet mit einem bestens klingenden, grundstimmigen Orgelpositiv.

Die zarten Streicher gesellen sich wiegend dazu. Der Klang der Streicher besticht förmlich durch Spannung und Weichheit. Der vorherrschende 12/8-Takt gleicht einer Pastoralen nach barockem Vorbild. Im „Gloria“ eröffnet zunächst ein einfacher Satz, er gewinnt durch die Fugierungen immer mehr an Komplexität. Mit welcher Präsenz die jungen Sänger dort auftreten und den Klang verschlanken! Der neoklassizistische Stil des Werks besticht grundsätzlich durch Eleganz. Ein kurzer homophon gehaltener Schlusssatz beendet das Werk festlich. Der tiefe Glockenklang verlängert die andachtsvolle Stimmung, bis begeisterter Applaus aufbrandet.

Die Liste derer, die zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben, ist lang. Für die musikalische Gesamtleitung zeichnen Stefan Deuschle und Tanja Kurz verantwortlich. Die von verschiedenen Schülern eingestreuten biblischen und weihnachtlichen Texte tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Atmosphäre so meditativ-adventlich darstellt. Den singenden und musizierenden Schülern des Gymnasiums allerdings ist das größte Kompliment zu machen für ihre tollen Leistungen.

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