Ein Leichenzug sorgt in Isny für Furore

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 Die Isnyer Stubenmusik präsentiert „Allgäuer Maulhelden – Ein Leichenzug macht Furore“
Die Isnyer Stubenmusik präsentiert „Allgäuer Maulhelden – Ein Leichenzug macht Furore“ (Foto: Veranstalter)
Schwäbische Zeitung

1751 erreichten die jahrhundertelangen Auseinandersetzung zwischen protestantischer Reichsstadt und katholischem Kloster in Isny einen skurrilen Höhepunkt. Die Klosterkirche St. Georg war Pfarrkirche für die katholischen Orte um Isny herum und beide Konfessionen nutzten den gleichen Friedhof. Leichenzüge führten durch die protestantische Reichsstadt.

Als den katholischen Prozessionen eine Fahne vorausgetragen wurde, die das Fegefeuer zeigte, empfand die Rechsstadt dies als ungeheure Provokation. Luthers Protest hatte sich am Ablasshandel entzündet, mit dem man sich vom Fegefeuer loskaufen konnte. Die Stadt verbot daher dem Kloster, die Fahne bei Leichenzügen mitzuführen. Das Kloster gab nach, suchte aber 1751 erneut die Konfrontation.

Die Isnyer Stubenmusik greift dieses Stück Stadtgeschichte in ihrem Programm „Allgäuer Maulhelden – Ein Leichenzug macht Furore“ humorvoll auf, heißt es in einer Pressemitteilung der Musiker. Stubenmusikleiter Johannes Rahn hat die Machtprobe von Stadt und Kloster in spritzige Dialoge gefasst. Dazu erklingt Musik aus dem städtischen Nikolaiarchiv und dem Notenbuch der Barbara Schlegel, ergänzt um Allgäuer Tanzmusik aus dem 19. Jahrhhundert. Außerdem sind einige deftig-barocke Lieder aus der Ostracher Liederhandschrift zu hören.

Die kurzweilige Geschichtsstunde findet am Samstag, 19. Oktober, im Haus der Begegnung „Untere Mühle“ in Isny statt und beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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