Ein Derby mit Nachbesprechungspotenzial

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Stefan Huber (links, FC Isny) gegen Chris Karrer (SV Beuren)
Stefan Huber (links, FC Isny) gegen Chris Karrer (SV Beuren) (Foto: Michael Panzram)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

So ein Derby zwischen Stadt und Land ist immer etwas ganz Besonderes. Nicht selten sind es diese Spiele, über die diejenigen, die es gesehen haben, noch lange sprechen. Die Begegnung des SV Beuren und des FC Isny am Sonntagnachmittag war eines dieser Derbys, das Nachbesprechungspotenzial besaß.

Die nackten Fakten vorneweg: Der SV Beuren hat sich durch den verdienten 2:1-Derbysieg gegen den FC Isny vor aufkommenden Abstiegssorgen bewahrt, die Isnyer dagegen verlieren nach und nach den Anschluss an die Tabellenspitze in der Fußball-Bezirksliga.

Dass die Mannschaft auch das fünfte Spiel in Folge gegen Beuren nicht gewonnen hat (drei Niederlagen, zwei Unentschieden), wurmte den FVI-Vorsitzenden Konrad Schüle mächtig. Vor allem aber wurmte ihn die „Theatralik“ der Beurener, mit denen diese nicht nur den frühen Platzverweis gegen Said Tarhan provoziert hätten. Schüle: „Da hätte ich mir vom Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl erwartet.“

Früher Platzverweis nimmt Isny den Schwung

Tarhans Hinausstellung nach einer Tätlichkeit in der 17. Minute erwies sich als entscheidend für den weiteren Spielverlauf. Denn Isny hatte bis dahin dominiert, sich etwa über die starke linke Seite des Winterrückkehrers Robert Magos (kam vom FC Wangen) schon diverse Chancen heraus gespielt. In Unterzahl war dieser Schwung dahin. So richtig zwingend war das, was Beuren aus diesem Vorteil machte, aber auch nicht. Es brauchte einen Torwartfehler und einen stark abgefälschten Schuss, um 2:0 durch Andre Schneider und Julian Kahl zu führen.

Spielerische Leckerbissen bekamen die Zuschauer auch sonst nicht zu sehen. Viele Fouls unterbanden den Spielfluss auf beiden Seiten. Der Schiedsrichter hatte alle Hände voll zu tun, die Emotionen zu kanalisieren. Immerhin: die eine oder andere gelbe Karte zeigte Wirkung.

Ebenso nicht dem Spielfluss zuträglich war, dass beide Mannschaften nahezu mit dem letzten Aufgebot auflaufen mussten. Sowohl Beuren als auch Isny beklagten eine lange Liste an Ausfällen. Beim SVB brach sich unter der Woche zu allem Überfluss auch noch Innenverteidiger Johannes Freiberg das Schlüsselbein. Isny musste dafür unter anderem krankheitsbedingt auf den eigentlich unersetzlichen Torhüter Michael Schmähl verzichten.

„Dieser Sieg war für die Moral ganz wichtig“, freute sich der SVB-Vorsitzende Remig Albrecht mit Blick auf die vielen Ausfälle. Beuren habe trotz Überzahl um die drei Punkte kämpfen müssen, Isny habe zu zehnt eine gute Leistung gezeigt, zollte Albrecht dem Gegner großen Respekt. Dass Beuren inzwischen fünf Mal nicht gegen Isny verloren hat, freute ihn ebenso: „Das ist immer ein Festtag für uns“, sagte Albrecht. Gefeiert wurde in Beuren am Sonntagabend aber nicht nur deshalb, sondern auch, weil der SVB sich damit wohl sehr wahrscheinlich aus der noch etwas diffus drohenden Abstiegszone verabschiedet hat.

Für den FC Isny geht es derweil darum, nicht das Saisonziel aus den Augen zu verlieren. Das laute weiterhin, unter die besten sechs Mannschaften zu kommen, sagte Schüle. Die nächsten Punkte dafür könnte der aktuelle Tabellensechste schon am Donnerstag holen, wenn um 19 Uhr ein Nachholspiel beim Tabellenzehnten TSV Meckenbeuren ansteht.

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