D’Weibsbilder sind uneitel-eitel bis zum Anschlag

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 Zügig, farbig und mit spielerischer Lust löste bei „Stepping Out“ eine Szene die andere ab.
Zügig, farbig und mit spielerischer Lust löste bei „Stepping Out“ eine Szene die andere ab. (Foto: Helmut Littschwager)
Helmut Littschwager

„Stepping Out“ ist das Theaterstück von Richard Harris überschrieben, mit dem die Isnyer Laienspieltruppe „D’Weibsbilder & Co“ im zehnten Jahr ihres Bestehens auf der Bühne des Gasthauses „Zum Schwarzen Grat“ in Bolsternang ihre Premieren-Vorstellung zum Besten gab.

Acht Frauen und ein Mann treffen sich zu einem Stepptanzkurs. Neun ganz unterschiedliche Motivationen einen sie in der Hoffnung, im ausgelassenen Zusammensein ihren Alltag wegzuschieben, Verletzungen zu vergessen und sich ihre Probleme von der Seele zu tanzen. Regisseurin Ute Dittmar inszenierte diesen höchst vergnüglichen Abend mit Schwung und überbordender Fantasie. Den Darstellerinnen und dem einen Darsteller schienen die Typen geradezu auf den Leib geschrieben.

Allerlei „Dämlichkeiten“

Zügig, farbig und mit spielerischer Lust löste eine Szene die andere ab. Es wird angebandelt, zuweilen urkomisch und doch irgendwie nahe dran an einer ähnlich erlebten Realität: ihr Aufeinandertreffen, das unterschiedlich „tussige“ Umgarnen des einzigen Mannes (Sepp Bischofsberger in der Rolle des Geoffrey), ihr genüssliches Ausspielen von allerlei „Dämlichkeiten“ der neun bunten Damen, eine umwerfend skurril hinterm Piano.

Als Zuschauer geriet man nach und nach hinein in einen Sog der Anteilnahme, insbesondere, als sich die Story zuspitzte und es ernst zu werden versprach. Schließlich sollte eine Choreografie für einen Auftritt beim Kinderhilfswerk einstudiert werden. Tanzlehrerin Mavis, grandios gespielt von Milena Fink, hat ihre liebe Not, Schritte, Figuren in halbwegs präziser Formation einzuüben.

Fulminante Schlussszene

Die Protagonistinnen Milena Fink, Hildegard Mirmelin, Angela Mühler-Hermann, Simone Uetz, Regina Baumgärtner, Iris Vögel, Rita Angela und Anett Mühler überbieten sich mit Vorschlägen, spielen ihre Rollen schräg konsequent und gewissermaßen uneitel-eitel bis zum Anschlag. Umso größer die Überraschung, als in der fulminanten Schlussszene doch noch alles perfekt verwandelt stimmt.

Schicke Kostüme und galant einheitliche Hüte anstatt der albernen, vorangegangenen Kopfbedeckungen. Ihr neues Outfit und die graziösen Revuebewegungen passen zur mitreißenden Musik. Selbst die silbernen Stöckchen werden adrett zum Tanzrhythmus geschwungen.

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