Du weißt, dass du aus Isny bist, wenn… – du dich selbst vielleicht mal an den Pranger stellen kannst

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 Der mittelalterliche Pranger auf dem Isnyer Marktplatz.
Der mittelalterliche Pranger auf dem Isnyer Marktplatz. (Foto: Walter Schmid)

Eine der derzeit reichlich vorhandenen Baustellen in unserem trotzdem schönen Städtchen ist die archäologische Ausgrabungsstätte am Marktplatz.

Jüngster aufsehenerregender Fund: der Stein des Auftrittprangers, auf dem unehrenhafte Isnyer ab dem 13. Jahrhundert in Schimpf und Schande ihren Mitbürgern vorgeführt wurden (SZ berichtete am 24. September).

Klar, dass unsere Facebook-Gruppe auf so ein Thema anspringt! Gewisse Parallelen zwischen sozialen Medien und mittelalterlichen Hetz… aber lassen wir das.

Offensichtlich gibt es einige Mitglieder, die den Stein ohne zu Zögern wieder seinem ursprünglichen Zweck entsprechend nutzen würden. Ein „Revival-Pranger“ sozusagen. Öffentliches „Retro-Mobbing“.

Im Geiste werden wahrscheinlich bereits eifrig und mit verklärtem Blick Listen auf Endlospapier geschrieben, wer würdig wäre, als erster gedemütigt zu werden.

Andrea H. kommentiert den Fund mit trockenem Sarkasmus: „Na – Hexen und andere Leute, die man da hinstellen könnte, hätten wir ja genug in der Stadt!“

Die Kunst- und Kulturbanausen hingegen regen sich über die mit dieser Entdeckung verbundenen zeitlichen Verzögerung der Baustelle auf. Ist ja auch lästig, immer diese Rücksichtnahme auf historische Sensationsfunde und geschichtliches Erbe.

Außerdem ist es doof, mitten auf dem Marktplatz ein riesiges Loch zu haben. Aber noch doofer wäre es, ein riesiges Loch auf dem Marktplatz zu haben und dann nichts zu finden! Und so einen originalen Prangerstein hat ja auch nicht jeder.

„Ein Grund mehr zu feiern!“ findet Facebook-Nutzerin Ilonka B. Und Bürgermeister Rainer Magenreuter hat auch gleich das richtige Festmotto parat: „Isny steht (am???; Anm. d. Red.) Pranger!“. Wir freuen uns jetzt schon darauf!

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